Folge 12 – Diversität in der Psychiatrie: Warum sie wichtig ist
Shownotes
Was bedeutet Diversität eigentlich im Klinikalltag? Und wie gelingt es, Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten in Fragen der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts in einer psychiatrischen Klinik gerecht zu werden?
In dieser Folge spricht Francesco Peulen, Diversity- und Migrationsmanager & Fortbildungsbeauftragter an der LVR-Universitätsklinik Essen, mit Moderator Daniel Schwingenheuer über Diversität, Migration und wie eine psychiatrische Klinik ein gerechtes, zugängliches und menschliches Umfeld schaffen kann. Er gibt Einblicke in seine Arbeit zwischen Sensibilisierung, struktureller Veränderung und ganz konkreter Unterstützung für Patient*innen und Mitarbeitende. Anhand von Praxisbeispielen macht er deutlich, wie tief dieser Wert im gesamten LVR-Klinikverbund und den einzelnen Kliniken verankert ist. Das Thema spiegelt sich nicht nur in Logo und Claim wider, sondern wird im Klinikalltag aktiv gelebt. Interaktive Team-Aktionen und Schulungen – wie etwa rund um den Diversity Day am 19. Mai – gehören dabei fest zum Programm. Durch diese Einblicke wird schnell klar: Es ist wichtig, dass Diversität kein reiner Zusatz ist, sondern als gelebte Realität umgesetzt werden sollte. In einem wertschätzenden Gespräch wird aufgezeigt:
- Was Diversität bedeutet und warum sie sie sowohl neue Anforderungen an Kliniken und Teams stellt, als auch einen Mehrwert für die Mitarbeitenden schafft
- Wie der LVR-Klinikverbund aktiv Barrieren abbaut, z. B. durch Sprachmittlung und kultursensible Angebote
- Welche Vorurteile und Unsicherheiten es im Umgang mit Vielfalt, Queerness und Rassismus gibt und wie man ihnen begegnen kann
- Warum durch Perspektivwechsel und Schulungen oft mehr Offenheit, und gegenseitiges Verständnis für Mitarbeitende und Patient*innen erreicht werden kann
- Und wie Diversity-Arbeit dazu beiträgt, dass sich mehr Menschen gesehen und ernst genommen fühlen
Diese Folge erweitert Perspektiven und macht deutlich, wie wichtig es ist, Menschen in ihrer gesamten Lebensrealität zu sehen.
Triggerwarnung: In diesem Podcast sprechen wir über psychische Erkrankungen. Wenn dich diese Themen belasten könnten, höre bitte achtsam zu und hol dir professionelle Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Tipp: Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Dienstag im Monat. Jetzt abonnieren – und keine Folge verpassen! Weitere Infos: www.sinnvoll.lvr.de
Du hast Feedback, Fragen oder Anregungen zu unserem Podcast? Dann schreib uns gerne unter seelenarbeit@lvr.de Bildnachweis: ©LVR-Universitätsklinik Essen
Transkript anzeigen
00:00:00: Seit Anfang der Zweitausendahe hat sich der LVR schon gemerkt, es werden einfach viele Patientinnen aus der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen nur weil es Sprachbarrieren gibt.
00:00:10: Und da haben sie ja eine Lösung gefunden und viele Dolmetscherdienste eingesetzt.
00:00:16: Integrationsbeauftragte in den Kliniken etabliert damit die Gesundheitsversorgen der Patientin im Migrationshetergrund gewährlastet werden kann.
00:00:25: Und das haben viele Kliniken nicht gemacht.
00:00:27: Der LVR schon und ich glaube, dass der LVR einen guten Blick darauf hat, dass es neben der Gesundheitsversorgung und viele andere Bereiche die der LVR abdeckt, viele Themen gibt, die andere Klinik nicht genug berücksichtigen.
00:00:40: Ich möchte nicht sagen gar nicht aber nicht genug!
00:00:44: Willkommen bei Seelenarbeit dem Psychiatrie Podcast aus dem LVR-Klinikverbund.
00:00:49: Echte Geschichten, ehrliche Einblicke von Menschen, Unser Ziel Vorurteile abbauen, Einblicke geben und den Menschen hinter dem Beruf sichtbar machen.
00:00:59: Denn Seelenarbeit beginnt mit echten Geschichten – und hier erzählen wir sie!
00:01:11: Herzlich willkommen euch zur neuen Folge von Seelenarbeit.
00:01:14: Ich zitiere mal ganz kurz aus dem LVR Diversity-Konzept, darin heißt es alle Menschenrechte gelten für alle.
00:01:21: Menschenrechter sind unteilbar und universell!
00:01:24: Leute ist klingt so einfach und so vernünftig und gleichzeitig wissen wir dass wir als Gesellschaft im Großen und manchmal auch im Ganz Kleinen noch ein gutes Stück entfernt sind von wirklicher Gleichberechtigung aller Menschen.
00:01:35: Und das bedeutet niemals, dass alle gleich sein müssen.
00:01:37: Sondern einfach nur, dass Vielfalt toleriert wird.
00:01:40: und genau darum geht es heute hier in dieser Folge.
00:01:42: Ich freue mich sehr, dass ihr mit dabei seid!
00:01:44: Wir sprechen heute über Vielfaldiversität, Migrationen und darüber wie eine psychiatrische Klinik ein Umfeld schafft, das für Patientinnen- und Mitarbeitende gerecht zugänglich und menschlich ist.
00:01:57: Und was Aufklärung und Fortbildung damit zu tun haben, das klären wir auch noch gleich.
00:02:01: Ich bin Daniel Schwingauer ich moderiere Seelenarbeit und ich freue mich über den Besuch von Francesco Poilen.
00:02:07: der ist Diversity und Migrationsmanager und auch Fortbildungsbeauftragter an der LVR Universitätsklinik in Essen.
00:02:15: herzlich willkommen!
00:02:16: Hallo vielen Dank für die Einladung und schön dass ich hier sein darf
00:02:20: Gerne, damit wir da nicht genauso verwirrt sind wie ich im Vorgespräch.
00:02:24: Ich werde dich gleich Franco nennen.
00:02:25: das ist dein Rufname.
00:02:27: nenne ich alle Franco?
00:02:28: Ja Alle nennen mich Franco, Francesco ist immer für mich ein bisschen befremdlich.
00:02:33: Ich meinte dich!
00:02:34: Und ich freue mich sehr auf dieses Gespräch mit dir heute.
00:02:37: und wenn es darum geht rücksichtsvoll mit persönlichen Geschichten umzugehen dann gehört das natürlich gerade in einem Podcast wie diesem dazu eine kleine Triggerwarnung an den Anfang zu setzen.
00:02:47: diese Folge enthält sensible Themen rund um psychische Erkrankungen.
00:02:50: Wenn euch solche Inhalte emotional belasten Dann hört bitte nur weiter zu wenn ihr euch aktuell stabil fühlt oder eben gemeinsam mit einer Vertrauensperson
00:03:00: und
00:03:01: zögert niemals professionelle Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.
00:03:05: Franco, was ist denn eigentlich Diversity oder Diversität?
00:03:11: Ganz kurz gesagt, Diversity ist die Vielfalt von Menschen.
00:03:14: Alle Menschen bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Ressourcen mit sich und im Diversity-Konzept bündelt man diese Ressoursen und die Fähigkeit nutzt sie positiv für den Alltag.
00:03:27: Durch hat mir bei der Vorbereitung eine Frage gestellt, die sich vielleicht auch der ein oder andere zu Hause geschmackestellt hat.
00:03:32: Diese Wortkombination Diversity und Migrationen gibt es an vielen Stellen.
00:03:36: Wenn man das einfach mal googelt, es gibt sogar einen Institut einer FA Köln, dass er heißt oder sich darum kümmert.
00:03:41: Äh wenn ich über Diversität nachdenke dann gehört da vieles dazu Altergeschlecht, Religion, sexuelle Orientierung und eben aber auch kulturelle Herkunft soziale Herkünfte, die ein Mensch hat.
00:03:53: Warum wird der Begriff Migration noch so explizit?
00:03:56: Mit erwähnt ist Offenheit gegenüber Migration nicht auch irgendwie Teil von Diversität?
00:04:02: Absolut.
00:04:03: Das gehört definitiv zu Diversitet dazu, es ist so dass im LVR seit vielen Jahren, seit Anfang der zweitausendah das Thema Migration immer einen besonderen Stellenwert hatte und wir uns dafür entschieden haben als wir das Diversity Konzept angefangen haben umzusetzen hineinnehmen, damit es nicht in Vergessenheit gerät.
00:04:27: Vermeintlich dass viele dann sagen ja aber was ist denn jetzt mit dem Thema Migration?
00:04:32: macht ihr das gar nicht mehr und somit haben wir dann die Brücke gebaut es verständlicher zu machen.
00:04:38: für alle die bisher nur in Anführungsstrichen die Migrationsthemen gewohnt waren
00:04:43: okay Jetzt bist du also Diversity und Migrationsmanager bzw.
00:04:47: Du hast vorhin schon kurz erwähnt, eigentlich man wird Diversity Manager wenn schnell gehen muss.
00:04:53: Wir schauen uns mal kurz an wie du da gelandet bist.
00:04:55: Du warst eigentlich einmal als Erzieher angefangen und bis dann aber in die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hamburg gekommen und hast da die Akutstation geleitet.
00:05:05: Wie kam es dazu?
00:05:06: Dass du vom Erziehern an die Psychiatrie gegangen bist?
00:05:10: Es kam dazu, dass ich es super interessant fand die Pädagogik mit der Pflege zu verbinden und was sich für mich einfach die Chance aufgetan hatte sowohl an Städtewechsel zu vollziehen.
00:05:22: Ich habe das Gefühl mal etwas anderes erleben zu wollen und zu müssen und bin nach Hamburg gegangen und hab dort die Stelle in der Kinder- und Jugendpsychiatrie begonnen und ich bereu es bis heute nicht.
00:05:33: Das ist eine super Kombination, eine wahnsinnige Erfahrung und ein wirklich interessantes und visatiges Arbeitsfeld.
00:05:41: Was ist es denn was das für dich so interessant macht?
00:05:43: Und was löst das in dir aus?
00:05:50: Die Patienten kommen ja in die Klinik weil sie ein großes Problem in ihrem Alter haben und wir helfen denen dabei dieses Problem zu lösen Und ich als Erzieher habe nun mal viele pädagogische Ansätze und gleichzeitig die Krankenpflege, wie sie ja früher immer hieß kombiniert.
00:06:13: In diesem Krankenhaussetting fand ich einfach interessant weil es ein super multiprofessionelles Setting war mit ganz vielen verschiedenen Berufsgruppen, die für die Patientinnen und Familien da gewesen sind.
00:06:32: Das war
00:06:42: wirklich ein Ruf.
00:06:43: Ich habe das Gefühl gehabt, obwohl ich Hamburg immer noch sehr liebe und verbunden damit war es wird wieder Zeit nach Hause zu gehen.
00:07:00: Ja,
00:07:09: das waren meine ersten zumindest bewussten Berührungen mit dem Thema Diversity und Migration.
00:07:16: Wir haben auf der Akutstation viele geflüchtete Patienten gehabt, die minderjährig und minderjährig waren und alleine nach Deutschland gekommen sind.
00:07:28: Und ich dort gesehen habe und auch gespürt habe was für unfassbare Qualen sie durchlitten haben also während der Flucht.
00:07:39: Was das mit einem Menschen machen kann?
00:07:44: Das hat in dir so viel ausgelöst dass du dann gesagt hast ich möchte mich mehr in den Bereich hinein entwickeln um da zu helfen.
00:07:51: Es war schrittweise.
00:07:53: Also ich musste mich in der Situation natürlich mit dem Thema befassen und auch als Stationsleitung Maßnahmen etablieren oder Hilfen etablieren, damit alle Kolleginnen gut mit den Situationen umkam.
00:08:05: Und somit hat sich dann auch die ersten Berührungspunkte mit Dolmetscherdiensten und mit verschiedenen Kulturen.
00:08:11: im Gesprächen mit Patienten habe ich da natürlich auch viel erfahren.
00:08:16: Das waren die ersten Schritte wo ich gemerkt habe okay Uns geht's verdammt gut, wir sind sehr privilegiert und andere Menschen geht es nicht so gut.
00:08:24: Und gleichzeitig sind wir aber auch so unterschiedlich.
00:08:28: Da wollte ich einfach wissen was mehr dahinter steckt?
00:08:34: Was das für unseren Alltag bedeuten kann.
00:08:36: Ja wie begehten man Menschen wo man genau weiß die haben jetzt sowas mitgemacht?
00:08:42: Das ist gar nicht so einfach oder?
00:08:44: Nein, das ist gar nicht so einfach und wir sind auch ins kalte Wasser geschubst worden weil es war halt eine akute Aufnahme.
00:08:50: Und wir waren der Situation auf einmal ja ausgesetzt sage ich jetzt mal aber wie begegnet man den Menschen mit viel Empathie und indem er zuhört und ihn versucht Sicherheit zu geben?
00:09:02: Das war eh unser Job auf der Akutstation und in diesem Setting mit dem Patientinnen nochmal viel mehr.
00:09:10: Wir kommen bestimmt später noch mal darauf zurück.
00:09:13: Wir machen erst einmal weiter bei Deinem Lebenslauf, du bist dann im Jahr twohntausendsehnten nach Essen gewechselt und seit zweizehnzehn Integrationsbeauftragter.
00:09:21: Was steckt dir hinter diesem Schritt?
00:09:22: War das denn der Gedanke ich möchte mehr in Richtung Diversity und Migrationsmanager arbeiten?
00:09:28: war das damals schon Thema?
00:09:30: Nein, das kam tatsächlich erst später.
00:09:31: Es waren private Gründe.
00:09:33: die Liebe hat mich nach Essen verschlagen.
00:09:36: Ach so.
00:09:37: Das ist auch ein guter Grund.
00:09:39: Ja auf jeden Fall und ja deswegen bin ich dann in die Klinik nach Essen gewechselt und im Jahr zwei tausend achtzehn bin ich gefragt worden also ein Jahr später ob ich die Stelle des Integrationsbeauftragten übernehmen möchte.
00:09:56: Warum werden denn so Themen wie Migration und Diversität immer wichtiger?
00:10:01: Weil die Gesellschaft immer vielfältiger wird.
00:10:04: Also das ist eigentlich eine ganz klare Antwort, wir kriegen alle den gesellschaftlichen Wandel mit.
00:10:10: Wir haben sehr viele unterschiedliche Hintergründe Und es ist wichtig darauf rücksicht zu nehmen und ein gegenseitiges Verständnis aufzubauen.
00:10:19: Ja, du hast dann da an der LVR-Klinik mitgearbeitet.
00:10:23: An der Entwicklung und Mitgestaltung dieses Diversity-Konzepts aus dem ich jetzt gerade auch vorhin schon zitiert habe.
00:10:30: Wie ist das gekommen?
00:10:31: Also ich finde es ein toller Schritt dass man sich darüber Gedanken macht und das alles mal aufschreibt und festhält.
00:10:37: aber was war das für einen Prozess damals?
00:10:40: Tatsächlich hat der Klinikvorstand mich irgendwann mal gefragt Herr Pollen wir machen zwar super viel Ganz viele Maßnahmen im Bereich Migration, aber wir merken im Alltag.
00:10:52: Wir haben noch ganz viele parallele Themen die auch wichtig sind.
00:10:56: Sind sie dafür auch zuständig?
00:10:58: Und meine Antwort war erstmal Nein bin ich nicht.
00:11:01: das ist ja erst mal ganz klar definiert.
00:11:03: Aber Ich könnte wenn wir uns auf dem Weg machen und so kam es letztendlich dass wir uns überlegt haben, dass wir das Themenfeld öffnen für alle Diversity-Themen ein Konzept etablieren bzw.
00:11:17: das bestehende LVR-Konzept seit Jahrzehnteinundzwanzig übernehmen und an unsere Klinik anpassen.
00:11:24: Und heute bist du also in dieser Doppelrolle unterwegs zum einen als Diversity oder Migrationsmanager und zum anderen bist auch noch Fortbildungsbeauftragter.
00:11:33: Du hast also zwei halbe Stellen – da sprechen wir gleich noch drüber vorher!
00:11:38: Haben wir noch was anderes?
00:11:39: Das gehört zu diesem Podcast dazu.
00:11:40: Du kümmerst dich häufig um sehr komplexe Themen, die nicht in einem Satz zusammengefasst werden können.
00:11:45: Deswegen ist das was jetzt kommt pure Abwechslung für Dich!
00:11:48: Es geht um unsere Schnellfragerunde und Deine Aufgabe ist jetzt so schnell und präzise auf drei Fragen zu antworten, die ich dir stelle Und kurz natürlich die Nachfrage Bist du bereit Franco?
00:11:59: Ich bin bereit auch wenn es noch eigentlich schwierig wird.
00:12:02: Frage eins Was denken Menschen was du beruflich machst und was machst du wirklich?
00:12:08: Ja, der fängt schon an.
00:12:10: Irgendwas mit Gendern und trans-und queeren Menschen... ...mit Migration macht da ja auch noch was!
00:12:16: Das ist so eine falsche Zusammenfassung.
00:12:18: irgendwas mit Gender.
00:12:20: Aber das höre ich am meisten.
00:12:22: Und was machst du wirklich?
00:12:23: Was mache ich
00:12:24: wirklich?!
00:12:24: Ich etabliere eine Strategie in unserer Klinik um FIF oder damit die Kliniek FIF als sensibler wird.. ..und ein besseres Verständnis zu etablieren und Diskriminierung abzubauen.
00:12:35: Zweite Frage.
00:12:36: Was hilft mehr?
00:12:37: Regeln oder echtes Verständnis?
00:12:39: Echtes Ververständnis!
00:12:41: Und bis das Verständnissen erreicht ist, helfen die Regeln.
00:12:45: Frage drei – wann merkst du im Alltag?
00:12:48: Genau deshalb mache ich diesen Job
00:12:52: Wenn ich positive Rückmeldungen kriege dass Inhalte und Denkweisen sich verändert haben.
00:12:59: Wie häufig passiert es?
00:13:01: Tatsächlich häufiger als man denkt aber in unterschiedlichen Phasen.
00:13:06: Am Anfang war's sehr häufig, dann erst mal lange, lange Stille und mittlerweile bekomme ich viele Rückmeldungen aus ganz, ganz vielen verschiedenen Bereichen und Ebenen.
00:13:19: Das bedeutet deine Arbeit kommt an so langsam?
00:13:23: Langsam ja!
00:13:24: Man muss wirklich viel Geduld haben für die Arbeit.
00:13:27: Wir haben gerade über diese zwei Stellen schon gesprochen.
00:13:30: es sind eigentlich zwei Berufe.
00:13:31: du machst also zwei halbe Stellen diversity Migrationsmanager und eben Fortbildungsbeauftragter.
00:13:36: Nimmst Du das als Zweiberufe war oder geht das so gut zusammen, dass es sich wie einer anfühlt?
00:13:43: Also es gibt viele Schnittstellen, definitiv und das ist auch der Vorteil den ich als Diversity Manager habe dass ich Schulungen, Workshops etc.
00:13:54: natürlich in einer Hand organisieren und umsetzen kann.
00:13:57: Ich gebe selber auch Schulungen und Workshobs.
00:13:59: Das macht's natürlich einfacher Und dennoch sind es zwei verschiedene Brüfe.
00:14:04: also im Fortbildungsbereich Organisiere ich das ganze Fortbildungprogramm für die Klinik ganz andere Themen als in Diversity Management.
00:14:15: Aber als Diversity Manager kann ich die Themen natürlich auch gut platzieren, ohne jemanden Fragen zu müssen.
00:14:21: Wie sieht denn dein Alltag aus?
00:14:23: Also nimm uns mal mit.
00:14:23: jetzt haben wir heute einen Mittwoch.
00:14:26: Wir nehmen auf Mittwochs Vormittags.
00:14:28: Was ist normalerweise an einem Mittwocht bei dir so los?
00:14:31: Also bis auf die Teamsitzung, die danach stattfindet habe ich keine festen Termine am Mittwoche.
00:14:36: Ich hab generell zwar viele Termine aber kein... geregelten Arbeitstag.
00:14:43: Bei mir ist es tatsächlich so, dass jeder Tag immer ein bisschen unterschiedlich ist weil ich oftmals auch viele spontane Meldungen bekomme.
00:14:52: Franco ja gerade das Problem kannst du uns mal bitte dabei unterstützen?
00:14:56: wir brauchen mal deine Meinung.
00:14:58: oder halt dadurch da sich zwei Jobs habe ganz unterschiedliche Termine die manchmal hintereinander folgen Netzwerktermine, bestimmte Gremien.
00:15:08: Dann muss ich in beiden Bereichen viel organisieren, planen und entwickeln.
00:15:13: Also jeder Tag bietet irgendetwas Neues.
00:15:19: Du hast gerade schon über diese Netzwerke gesprochen ne?
00:15:22: Da arbeitest du eben in verschiedenen Projekten und Gremian.
00:15:24: Nenn uns doch mal so eins oder zwei Projekte die du da betreust wo du mitarbeitest.
00:15:29: genau.
00:15:32: Ja, ich glaube das größte Projekt was aktuell umgesetzt wird oder stattfindet ist dass in allen Kliniken des LVR-Klinikverbunds ein Diversity Management etabliert wird.
00:15:43: Oder dass jede Klinik einen Konzept umsetzt und wir haben das LVR Fachforum Diversity & Migration wo alle Diversity ManagerInnen und Integrationsbeauftragte der Kliniker zusammen sind und sich gegenseitig unterstützen, austauschen.
00:16:02: Wir empfehlen auch gewisse Strategien oder Maßnahmen.
00:16:07: Und das ist gerade so ein bisschen das größte Projekt und auch das Schönste weil wir sehen dass etwas Großes entstehen kann und sich gegenzeitig zu motivieren und zu unterstützen und dadurch dass wir auch ein bisschen Vorreiter sind in der Klinik ich auch viel gefragt werde.
00:16:23: Das macht sehr Spaß!
00:16:24: Und dass es im Moment eigentlich, glaub ich so das größte Projekt.
00:16:27: Ja wenn du dann mit einer Klinik zusammenarbeitest die das jetzt gerade etablieren wollen dir auch damit anfangen wo sind denn die größten Punkte?
00:16:34: wo du denkst da muss sich auf jeden Fall was ändern oder da sollte sich vielleicht am ehesten etwas ändern?
00:16:41: Da kann man gar nicht zusammenfassen weil das so ein großer Bereich ist.
00:16:44: Ja, das ist ein großer Bereich und die Kliniken sind auch sehr unterschiedlich.
00:16:48: Auch wenn es alles psychiatrische Klinik sind.
00:16:51: ich würde glaube ich im Allgemeinen sagen Die Haltung ist das Entscheidende.
00:16:56: Die Haltung des Klinikumvorstandes und da habe ich wirklich großes Glück gehabt dass wir dieses Konzept überhaupt umgesetzt haben weil der Klinikkorstand es erkannt hatte und es wollte Das ist wirklich essentiell und die Haltung der Mitarbeitenden die das Ganze mitgehen müssen.
00:17:17: Also, dass man so wirklich konkret beobachtet in einer Situation wo du gemerkt hast okay vor fünf Jahren wäre das vielleicht noch komplett anders abgelaufen weil die Leute anders reagiert hätten vielleicht anders kommuniziert hätten.
00:17:31: gibt es da konkrete Beispiele wo du merkst deiner Arbeit macht jetzt einen Unterschied für den Patienten für eine Patientin.
00:17:40: Ja, es gibt auf jeden Fall konkrete Beispiele.
00:17:43: Weil ich gemerkt habe dass viel mehr nachgefragt wird das viel mehr überlegt wird und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen noch mehr berücksichtigt werden.
00:17:53: Das ist nicht so was vorher in die Stadt gefunden hätte aber so bedarfe wie die Anwähle zum Beispiel.
00:18:01: wir möchten sie angesprochen werden.
00:18:02: das sind mittlerweile so Standards dies vor einigen Jahren noch nicht gab Auch nicht flächendeckend, auch da brauchen wir noch ein bisschen Zeit bis die Durchdringung stattgefunden hat.
00:18:12: Aber ich bekomme viel mehr Rückmeldungen oder auch Fragen gestellt.
00:18:16: Wir haben gerade diese Situation, wie können wir am besten damit umgehen?
00:18:20: Das wäre vor einigen Jahren doch nicht so gewesen.
00:18:22: Da hätte man intern geguckt was machen wir daraus?
00:18:26: Ja und wir sind auf der anderen Seite.
00:18:28: bei den Mitarbeitenden gibt es da auch Dinge, die sich verändert haben weil auch da ist das Thema Diversität natürlich ein großes.
00:18:38: Ich glaube tatsächlich, dass die Mitarbeiterinnen oder viele zumindest sich etwas mehr gesehen fühlen.
00:18:45: Dadurch das Konzept nicht nur auf PatientInnen ausgelegt ist – was natürlich sehr wichtig ist und die Gesundheitsversorgung auch vielfalls sensibel gestaltet wird.
00:18:56: Das Konzept dient den Mitarbeitenden.
00:18:58: Und ich glaube dadurch, dass sie sich gewertschätzt und gesehen fühlten, sind sie eher bereit auf andere ... Fähigkeiten und andere Vielfalt Dimensionen zu achten.
00:19:11: Und auch etwas mehr zu berücksichtigen.
00:19:14: Ja, ich frage mich noch so ein bisschen wie also auf welcher Ebene du als Diversity Migrationsmanager unterwegs bist?
00:19:22: Bist Du mehr derjenige der quasi Konzepte entwickelt was sich alles verändern kann oder und das klang jetzt gerade irgendwie so ein bißchen durch dass du wirklich konkret in einzelnen Fällen bei einem Patienten, einer Patientin kontaktiert wird es um Ratschlag zu geben wie man mit ein gewissen Fall umgeht.
00:19:43: Auf welcher Ebene passiert das alles?
00:19:44: oder ist es wirklich von ganz unten vom kleinen Einzelfall bis zum groben Strukturdenken?
00:19:51: Ich glaube letzteres, das ist wirklich eine Mischung aus allem.
00:19:54: Also ich habe ja also eine Stabstelle die dem Klinikvorstand unterstellt ist und deswegen fängt es auf dieser Ebene ja auch schon an dass sich auch sehr beratend in der klinik unterwegs bin.
00:20:06: Aber die Situationen, dass ich vor Ort oder zumindest im Kontakt mit den KollegInnen Lösungsansätze suche passiert immer häufiger.
00:20:15: Und das ist eigentlich auch das Wichtige weil da können wir wirklich dann schauen was braucht ihr jetzt gerade um im Alltag gut klarzukommen und den Patientinnen das zu bieten was sie brauchen?
00:20:26: Das passiert auch viel in Teamschulungen also... Schule sehr viel und organisiere individuelle Teamschulungen.
00:20:34: Und da kann ich dann umso mehr ansetzen, weil da erfahre ich wirklich was braucht ihr als Team?
00:20:39: Was habt ihr als team hier für Themen auf eurer Station die komplett anders sein können als auf der Nachbarstation?
00:20:46: Als ich das mal so hingesetzt habe und generell mal über das Thema Diversität nachgedacht hat.
00:20:52: Was habt Ihr da definiert?
00:20:53: welche Bereiche gehören alle zu diversität dazu?
00:20:57: Also es gibt ja die ganz offiziellen diversity Dimensionen die du vorhin auch schon aufgezählt hast.
00:21:03: Und wir haben uns als Klinik relativ schnell dazu entschieden, keine bestimmte Dimension in den Fokus zu rücken.
00:21:11: Die Gleichstellung und Antidiskriminierungsarbeit soll auf allen Ebenen gleichermaßen stattfinden, sonst würde auch wieder eine Benachteiligung stattfinden.
00:21:22: Dimensionen finden wir wirklich auch in allen Ebenen.
00:21:25: Wie finden Sie bei den Mitarbeitenden, bei den Patientinnen?
00:21:29: Und das eigentlich schon immer habe ich ja vorhin auch schon gesagt.
00:21:33: Vielfalt gab es schon immer.
00:21:35: jetzt aber wesentlich bewusster
00:21:38: ist eine Psychiatrie ein guter Ort für Offenheit.
00:21:42: vielleicht auch dass habe Ich über die letzten Folgen so gemerkt.
00:21:45: Es gibt halt wahnsinnig viele Leute Die unterschiedliche Eigenschaften haben und durch die Krankheiten auch verschiedene Symptome und eigentlich herrscht ja eine Offenheit gegenüber diesen verschiedenen Eigenschaften.
00:21:57: Glaubst du, dass deswegen die Psychiatrie einfach ein guter Ort ist auch dann in Richtung Diversität und Offenheid da Maßstäbe zu etablieren?
00:22:05: Ja das denke ich schon!
00:22:06: Also in der Psychiatie ist da ganzheitliche Ansatz sowieso immer schon gegeben gewesen oder es hat lange gegeben gewesen.
00:22:15: Wenn die Patientinnen aufgenommen werden, wird ja auch erst mal ein ausführliches Aufnahmegespräch geführt und eine Anamnese gespricht.
00:22:23: Das heißt es wurden sowieso immer schon viele Bereiche des Lebens der Patientinnen berücksichtigt.
00:22:31: Es ist jetzt vielleicht nur noch einmal ein bisschen detaillierter oder manche Bedürfnisse, die vorher weniger Raum hatten, jetzt trotzdem mit berücksichtigt werden?
00:22:42: Allein diese Awareness, all dieser Themen, die sorgt für mich jetzt gerade dafür, dass ich das Gefühl habe der LVR ist sehr weit in seiner Diversitätspolitik.
00:22:53: Ist das aus deiner Sicht ebenso?
00:22:57: Und was macht der LVR?
00:22:58: vielleicht anders als andere Arbeitgeber?
00:23:02: Also ja!
00:23:02: Das ist so.
00:23:04: und was machen sie anders?
00:23:08: Ich glaube, sie machen einfach.
00:23:11: Das ist sowieso auch mein Credo.
00:23:14: Einfach mal machen und anfangen.
00:23:16: Und seit Anfang der Zweitausendahe hat sich LVR schon gemerkt es werden viele Patientinnen aus der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen nur weil es Sprachbarrieren gibt.
00:23:29: Da haben sie ja eine Lösung gefunden und viele Däumischerdienste eingesetzt.
00:23:34: Integrationsbeauftragte in den Kliniken etabliert, damit die Gesundheitsversorgung der Patientinnen im Migrationshetergrund gewährlastet werden kann.
00:23:43: Und das haben viele Kliniker nicht gemacht – der LVR schon!
00:23:47: Ich glaube dass der LVR einen guten Blick darauf hat neben der Gesundheitsversorgung und viele andere Bereiche, die der LVR abdeckt.
00:23:56: Viele Themen gibt die anderen Kliniken nicht genug berücksichtigen.
00:24:00: ich möchte nichts sagen gar nicht aber nicht genug.
00:24:03: Und wir sind auch die ersten kliniken meines wissens nach Die eine oder ein umfangreiches diversität konzept haben.
00:24:11: Zwei tausend fünfzehn haben wir vorhin schon darüber gesprochen waren ja in dem sich für dich Auch dieses thema immer größer entwickelt hat.
00:24:21: Das ist jetzt auch schon elf Jahre her.
00:24:22: Was hat sich in diesen elf Jahren getan?
00:24:25: Also irgendwie gefühlt, im Jahr zweitens und fünfte noch gar nicht so lange hier und gleichzeitig sind elf Jahre eine lange Zeit.
00:24:30: was hat sich seitdem verändert?
00:24:32: Eine gute Frage!
00:24:34: Kann ich detailliert gar nicht... Da muss ich erstmal wirklich darüber nachdenken.
00:24:40: also es hat sich die Haltung verändert.
00:24:44: Ich glaube schon dass viele Mitarbeitende viel sensibler geworden sind mit den verschiedenen Vielfaltsthemen und die Möglichkeiten haben sich, glaube ich, geändert.
00:24:55: Wir haben viel mehr Unterstützung und Hilfe, die wir in Anspruch nehmen können um Bedürftigkeiten bedienen zu können.
00:25:03: Und ich glaube, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn musste man sich noch eben schnell selber behelfen und auch selber schlau machen.
00:25:11: Ja!
00:25:11: Ich glaube dieses Wissen ist mittlerweile eigentlich allgegenwärtig oder viel einfacher zu bekommen.
00:25:17: Ja und um das Wissen auch zu verbreiten, da ist natürlich auch deine zweite halbe Stelle ganz vorne mit dabei als Fortbildungsbeauftragter.
00:25:25: ich fand es ganz spannend was ich gelesen habe über die Perspektivwechsel, die ihr nutzt um einfach auch die Situation anderer Menschen deutlichzumachen.
00:25:35: magst du das mal ein bisschen erzählen wie das funktioniert?
00:25:37: Mit Perspektivechseln welche Projekte ihr da so habt.
00:25:42: Also im Bereich Diversity gebe ich ja selber auch viele Teamschulungen und arbeite mit ganz, ganz vielen Übungen.
00:25:49: Wo Mitarbeiter sich in Rollen hineinversetzen können und sich ausprobieren können.
00:25:55: Da fängt der Perspektivwechsel natürlich schon an aber wir bieten jährlich eine interaktive Mitarbeitenden Aktion in unserer Klinik immer zu einer unterschiedlichen Vielfalt Dimension und da setzen wir dann aktiv Hilfsmittel ein, um Perspektivwechsel überhaupt zu ermöglichen.
00:26:15: Wir haben zum Beispiel in einem Jahr Feuerbrillen angesetzt, um Alltagsrossismus erlebbar zu machen.
00:26:23: Im letzten Jahr haben wir Lebensaltersanzüge eingesetzt und die unterschiedlichen Krankheiten im fortgeschrittenen Alter erleben zu können am eigenen Körper, die natürlich in Einschränkungen die älteren Menschen haben.
00:26:37: Das
00:26:37: bedeutet ich ziehe quasi so ein Ganz-Körperanzug an und dann kann ich mich nicht mehr so gut bewegen.
00:26:43: oder wie funktioniert das?
00:26:45: Man kann mit diesem Anzug alles simulieren.
00:26:47: man kann eine schwäche simulierend
00:26:53: Schwere...
00:26:54: Schwerehörigkeit Dankeschön!
00:26:58: Rheuma kann ich damit simulieren, verschiedene Schmerzen.
00:27:02: Gelenkeinschränkungen also Bewegungseinschrankungen in den Gelenken.
00:27:06: das kann nicht alles simulierend und wenn ich dann mit diesem Anzug durch die Gegend laufe merke ich okay Ich bin gar nicht mehr so beweglich und so flink wie vielleicht noch von der Stunde gewesen.
00:27:17: Das macht was mit ein.
00:27:18: das zu erleben.
00:27:20: dass sensibilisiert mich so sehr dass ich mich in andere Menschen besser hineinversetzen kann wenn auch erst mal für einen kurzen Moment.
00:27:28: Und wir hoffen natürlich durch unsere Kombiniert mit unseren Schulungen, dass mehr Nachhaltigkeit reinkommt.
00:27:35: Ja und wie funktioniert das mit den VR-Brillen und dem Rassismus?
00:27:40: Also wir hatten eine VR Brille oder VR Brillen vor Ort die verschiedene kleine Videosequenzen gespeichert haben.
00:27:47: Diese Videosequinzen haben Alltagsrassismus Situationen simuliert.
00:27:54: Das heißt, wenn ich die Brille aufhatte und das Video geschaut habe, war ich derjenige in dem Video, der gerade Alltagsrassismus erlebt.
00:28:01: Ach so?
00:28:01: Okay.
00:28:03: Wie reagieren Mitarbeitende, wenn Sie zum ersten Mal solche Perspektivewechsel mitmachen?
00:28:09: Also erst mal sind sie sehr neugierig und offen – das ist was Neues!
00:28:12: Das möchten Sie dann natürlich auch unbedingt ausprobieren und hat man ja nicht jeden Tag Gelegenheit zu... Und dann merke ich viele kleine Aha-Momente, wenn ich die Mitarbeitenden dabei beobachte.
00:28:26: Sie sind erstaunt und teilweise auch erschrocken weil sie sich zwar vielleicht im Vorfeld etwas vorgestellt haben was aber überhaupt gar nicht zu dem passen was sie gerade selber erlebt haben.
00:28:36: Denn der Unterschied ist sie erleben es jetzt mit den eigenen Emotionen.
00:28:39: Sie reagieren persönlich darauf Und das ist vorher, wenn sie Situationen beobachtet haben oder sich versuchen ihnen einzudenken anders.
00:28:48: Ja wie ist denn so das Feedback?
00:28:50: Ist das auf breiter Ebene eher eine Neugierigkeit?
00:28:53: Das möchte man ausprobieren oder ist es auch vielleicht ein bisschen bohrt geht aber ganz schön nahe.
00:28:59: Das ist ganz unterschiedlich.
00:29:01: also nicht jeder hat Lust das irgendwie auszuprobieren Aber die Resonanz ist schon ziemlich hoch Es geht teilweise nah.
00:29:09: Auch gerade diese Videosequenzen in den Feuerbrillen, die gehen einem näher als man denkt.
00:29:15: aber genau das ist auch der Punkt.
00:29:16: es muss glaube ich auch nahe gehen damit ich selber meine Haltung vielleicht auch mal ändere und damit ich selbst über bestimmte Lebenssituation anders nachdenke.
00:29:31: Gab es da Momente, die dich besonders überrascht haben?
00:29:33: Vielleicht in der Reaktion verschiedener Personen, die sowas mitgemacht haben.
00:29:38: Also bei den Lebensaltersanzügen war's tatsächlich so dass viele das unterschätzt haben Und gar nicht, weil jetzt wer weiß welche Krankheiten eingestellt waren sondern einfach nur ein bisschen Arthrose hier.
00:29:49: Ein bisschen Übergewicht da.
00:29:51: also das was jeder im Alter oder viele im Alter erleben Das haben die meisten unterschätzt und ich glaube dass ist der Punkt man unterschädzt viele Lebenssituationen die wir im Alltag eigentlich dauerhaft begegnen.
00:30:05: Die größte Überraschung ist glaube ich wirklich bei den VR-Brillen.
00:30:10: Du hast gerade gesagt, das sind so große Aktionen die ihr halt einmal im Jahr macht.
00:30:14: Es gibt aber natürlich auch wahrscheinlich viele kleinere Fortbildungsangebote, die du organisierst.
00:30:18: Magst du da mal einen kleinen Überblick geben?
00:30:21: Ja also ich organisiere viele Teamschulungen und kann wie ich vorhin auch gesagt habe individuell auf deren Bedürfnisse dann eingehen.
00:30:31: Credo ist immer, es geht um die Vielfalt-Dimensionen und es geht darum sensibilisieren.
00:30:37: Und um ein Verständnis zu fördern.
00:30:41: Das machen wir in unterschiedlichen Bereichen.
00:30:43: Wir haben jetzt am Montag eine Schulung bei uns gehabt zum Thema Argumentationstraining gegen Stammtischparolen.
00:30:50: Jeder von uns kennt Stammtestparolen in seinem privaten Umfeld seit vielen Jahren.
00:30:56: Oftmals ist es so dass man dem Ganzen aus dem Weg geht.
00:31:01: Und was soll ich da jetzt groß drauf reagieren?
00:31:05: Da haben wir dann einfach auch mal ein bisschen trainiert, wie kann ich denn angemessen reagieren damit nicht nur Schweige und Indirekt zustimme.
00:31:16: Wie kann ich den angemessenen reagieren, damit dich nicht nur schweige und zustimme?
00:31:23: Erstmal nicht Schweigen!
00:31:25: Der Dozent hat uns das als allererstes gesagt, Schweigen ist Zustimmung.
00:31:31: Und um das zu vermeiden, erstmal signalisieren.
00:31:35: Ich habe gehört was du gesagt hast und ich bin da komplett anderer Meinung.
00:31:39: also auch meine andere Sicht dagegen stellen viel fragen.
00:31:45: Also wie kommst Du denn darauf so etwas zu sagen?
00:31:48: Wann hast du das dann erlebt dass du diese diese Haltung hast?
00:31:51: Hast du das denn persönlich erlebt?
00:31:52: und also immer wieder Fragen stellen Um den anderen Das ist nämlich oftmals so auch mal zu zeigen?
00:32:00: Okay, ich persönlich habe es gar nicht erlebt.
00:32:02: Ich hab's einfach nur aufgeschnappt und gebe die Meinung
00:32:05: weiter.".
00:32:07: Ja, irgendeinen Schubladen denken was irgendwo an einer Supermarkasse gehört wurde.
00:32:13: Warum ist Beratung Fortbildung und Aufklärung so wichtig aus deiner Sicht?
00:32:18: Weil wir sensibilisieren müssen und aufklären müssen um ein Verständnis zu fördern.
00:32:25: Wissen viele gar nicht, was hinter den Vielfalt-Dimensionen oder hinter diesem ganzen Thema steckt.
00:32:32: Und im Fortbildungsbereich auch wiederum.
00:32:35: ich muss fachliche Inhalte verstehen und vielleicht auch selber erleben und üben um diese im Alltag umzusetzen.
00:32:45: Deswegen ist es wichtig Ich muss Wissenschaft fördern
00:32:49: Und wahrscheinlich ja auch, weil viele mit einigen Dimensionen noch nie in ihrem Leben in Verbindung gebracht worden sind.
00:32:57: Vermeintlich!
00:32:58: Ja klar natürlich.
00:33:00: Lass uns nochmal so ein paar Aspekte rund um das Thema Vielfalt näher besprechen wenn wir zum Beispiel auf das Thema Rassismus schauen.
00:33:09: Warum fällt es Menschen oft schwer vielfalt einfach zu respektieren und einfach als was anderes aber auch schönes anzunehmen?
00:33:18: Ich glaube, weil viele Menschen etwas anderes damit verbinden.
00:33:23: Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass wir alle uns in allen Vielfalt-Dimensionen wiederfinden.
00:33:30: Wir alle haben ein Lebensalter.
00:33:32: Wir waren jung und wir sind vielleicht nicht mehr so jung.
00:33:37: Wir all haben einen sozialkulturellen Hintergrund.
00:33:42: haben ein Geschlecht, mit dem wir uns identifizieren eine sexuelle Orientierung oder eine Weltanschauung.
00:33:49: Das heißt, wir alle finden uns in allen Dimensionen wieder.
00:33:52: das sehen aber viele nicht weil sie es irgendwie als normal ansehen und Vielfalt oder Diversity eher mit den was der Norm abweicht.
00:34:02: Und deswegen müssen wir auch sehr viel Schulen und Sensibilisieren um einfach klar zu machen ne darum geht es gar nicht.
00:34:10: und ich glaube dass viele Menschen Ja, ich sage mal so negativ Schlagzeilen aus den Medien aufgreifen und das gleichsetzen.
00:34:18: Ah ja, guck mal!
00:34:19: Das ist Diversity da.
00:34:21: Identifiziert sich jemals ein als Einhorn und ich soll das jetzt irgendwie akzeptieren aber darum geht es überhaupt gar nicht.
00:34:27: Und zu sehen dass die meisten Menschen sowieso in allen Dimensionen vertreten sind Aber dass diese Dimensione sich auch überlappen also intersektionell unterwegs sind Das ist wichtig zu verstehen und das es uns alle betrifft.
00:34:47: Ganz konkret jetzt nochmal Rassismus im Klinikalltag, wo kommt das vor?
00:34:51: Was sind so deine Erfahrungen?
00:34:55: Das kann sich in Äußerungen von Mitarbeitenden in Teamsitzungen zeigen also unüberlegte abwertende Äuzerungen entweder gegenüber von Kolleginnen oder auch über Patientinnen.
00:35:13: Das zeigt sich aber auch oftmals, dass Patienten verschiedene Religionen oder Aussehen vom Mitarbeitenden gar nicht akzeptieren und dann sagen ne, von dir möchte ich nicht gepflegt werden.
00:35:24: Das passiert wirklich auf ganz vielen unterschiedlichen Ebenen.
00:35:27: Und ich glaube viele wissen gar nicht das das schon Rassismus ist.
00:35:32: Viele verbinden Rassismus mit oh, das ist ein ganz schlimmes Wort, aber das betrifft mich ja nicht!
00:35:36: Ich habe jetzt nur Blödes gesagt, oder das ist ja jetzt nichts Schlimmes was ich hier gerade sage und mache.
00:35:42: Aber da beginnt schon Rassismus wenn ich Menschen ausgrenze aufgrund ihres Äußeren, aufgrund ihrer Religion, ihrer kulturellen Herkunft.
00:35:51: Ich stelle mir das wahnsinnig schwierig vor dann in so einer Situation wo ja auch zusätzlich noch eine psychische Krankheit mit dabei ist quasi an diesen Basics im Umgang zu arbeiten.
00:36:04: wie geht es zusammen?
00:36:06: Also man muss natürlich auch gut unterscheiden, ist der Patient oder die Patientin jetzt gerade auch zurechnungsfähig und in welcher Situation befindet sich die Person?
00:36:18: Sind sie aber zu rechnungsfähig.
00:36:20: Und es ist deren Haltung und deren Meinung und das passiert nicht selten.
00:36:25: dann können wir als Klinik auch sagen okay bis jenen und nicht weiter.
00:36:29: Wir haben Hausregeln, wir haben ein Diversity Konzept Das heißt Bei uns machen wir keine Unterschiede und alle sind willkommen, jetzt mal ganz salopp gesagt.
00:36:41: Wenn du das nicht akzeptierst und wenn du dich nicht von der Person pflegen lassen möchtest nur weil sie anders aussieht oder einen Kopftuch trägt dann bist du hier falsch, da musst du dich woanders behandeln lassen.
00:36:52: Das kann möglich sein!
00:36:54: Das ist doch auch für Mitarbeitende wahnsinnig schwierig in dem Moment solche Sätze entgegennehmen zu müssen Und dann gleichzeitig aber auch nochmal abzuwägen, ist da jetzt gerade noch die psychische Krankheit quasi die Rolle übernommen hat in der Kommunikation oder die jetzt gerade vorwiegend behandelt werden muss?
00:37:15: Oder kann man wirklich schon auf diese Diskussionsebene rund um diesen Satz gehen was ja letztendlich mit der Krankheit vielleicht weniger zu tun hat.
00:37:25: Wie nimmst du das wahr?
00:37:25: wie stecken Mitarbeiter sowas weg?
00:37:28: Das ist schwer für den Mitarbeitenden und ich habe letztes Jahr mehrere Gespräche zu diesem Thema gefühlt mit Kolleginnen, die wie Sie mir dann verraten haben seit Jahren immer wieder rassistisch beleidigt werden.
00:37:42: Aber nie etwas gesagt haben weil es für sie Alltag ist nicht nur bei uns in der Klinik sondern auch an der Bushaltestelle beim Einkaufen etc.
00:37:50: und es ist für sie leider zur Normalität geworden Und es ist auch immer der Gedanke dabei naja das ist ja der Patient was soll ich denn da machen?
00:37:59: Und deswegen ist es die Haltung der Klinik auch wichtig.
00:38:02: Der Klinikum-Vorstand hat sich nach diesen Äußerungen auch ganz klar positioniert und gesagt, Rassismus und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz.
00:38:13: so wir müssen dagegen agieren und alle die sich nicht daran halten können hier nicht bleiben.
00:38:20: Das hilft dem Mitarbeitenden natürlich dann auch den Mut aufzubringen und zu sagen okay das lasse ich mir jetzt nicht bieten.
00:38:28: Das hilft vermutlich auch, wenn man weiß dass Arbeitgeber und die gesamte Klinik da einen Standpunkt haben.
00:38:34: Und vor allem wenn man es halt im Alltag ständig erlebt dann zu wissen okay ich bin ja aber auf der richtigen Seite ums nochmal so salopp zu sagen.
00:38:44: Auch das halt auch zu spüren von der Klinika ist vermutlich ein großer Punkt.
00:38:47: Ein anderer Aspekt unter dem Thema Diversität ist auch Geschlecht und geschlechtliche Identität.
00:38:55: Warum ist es wichtig dieses Thema für Patientinnen und auch für Mitarbeitende zu fokussieren, darüber zu sprechen.
00:39:03: Weil auch jede Bedürfnisse sich geändert haben.
00:39:06: Wir leben zum Glück noch in einer Gesellschaft wo wir viel freier sein können, wo wir über unsere Sexualität und über unsere Identität sprechen können, was vor vielen Jahren nicht oder unter schweren Bedingungen möglich waren.
00:39:22: Und das gilt es halt auch zu berücksichtigen und vor allem auch zu halten.
00:39:26: wir wollen ja keine Rückschritte erleben.
00:39:29: Wir haben viele Transgender-Patientinnen aber mittlerweile auch einige KollegInnen die sagen ich bin nonbinär oder ich bin trans und die benötigen unsere Unterstützung damit sie im Alltag in unserem Klinikalltag keine Hürden erleben und keine Ablehnung erleben.
00:39:51: Und die mitarbeitenden benötigen auch Unterstützung in der Anrede von den Patientinnen zum Beispiel, das ist das Beispiel was ich vorhin genannt habe dass sich dann anrufe kriegen und sagen Franco wir haben gerade eine Transperson hier aufgenommen.
00:40:06: Ich hab da nochmal ein paar Fragen.
00:40:08: ich fühle mich da ganz unsicher im Umgang.
00:40:10: Was kann ich sagen oder Wie verhalte ich mich richtig?
00:40:15: Ich möchte die Person ja jetzt nicht kränken oder unwissentlich diskriminieren.
00:40:23: Macht es das schwerer für die Mitarbeitenden?
00:40:28: Zum einen haben sie ja die fachliche Ebene, wo sehr viel Konzentration reinstecken und dann gleichzeitig so übersprachen noch mal nachzudenken.
00:40:36: Das muss man eigentlich erst einmal für sich machen, drüber nachdenken wie es ist wenn ich die Pronomen R und C nicht benutzen kann.
00:40:45: Wie ich denn überhaupt formuliere macht's zu dieser tagtäglichen Arbeit, die man hat um einige schwieriger.
00:40:53: Ja, das ist wirklich ein schwieriger Punkt für viele Mitarbeitende.
00:40:56: Deswegen erleben wir oft auch Ablehnung.
00:40:59: Alles was nochmal auf den Top kommt und man sich vielleicht nicht ganz nachvollziehen kann, lehne ich erstmal ab.
00:41:04: Das heißt auch da müssen wir erklären und schulen.
00:41:06: Ich habe einen Kollegen in meiner Klinik der sich mit dem Thema sehr gut auskennt und sehr viele Projekte.
00:41:15: Und auch Schulungen zu dem Thema gemacht hat, das heißt wir bieten auch da Schulungen für den Mitarbeitenden an sind ansprechbar für die Mitarbeiterinnen im Alltag und erklären aber auch es ist vollkommen okay wenn du erstmal nicht damit klarkommst und du erst mal deine Zeit brauchst dich umzugewöhnen.
00:41:34: erklärs aber den Patienten oder den Patientinnen damit sie's auch verstehen und einordnen können.
00:41:39: Und dann sind wir auf einer respektvollen Ebene, wo beide Seiten glaube ich gut damit klarkommen.
00:41:47: Mir fällt es auch schwer, auch wenn ich Diversity Manager bin, bin ich auch ganz ehrlich andere Pronomen zu benutzen.
00:41:53: bis ich dann aber auch gemerkt habe im direkten Kontakt benutze ich ja gar keine Pronomen.
00:41:58: das war so schwer ist es ja gar nicht.
00:42:00: Das stimmt und was ich festgestellt habe auch in diversen Interviews dass diejenigen die sich das halt wünschen, dass man Pronomen nicht benutzt.
00:42:07: Dass sie aber auch ganz offen sind und häufig aufwissen, dass es für Menschen nicht so einfach ist und allein der Versuch damit umzugehen und dementsprechend halt sich daran zu halten an diesem Wunsch, der sorgt schon dafür, dass die Menschen glücklich sind.
00:42:22: Dass man das sieht.
00:42:24: Warum denkst du gibt's bei dem Thema Geschlechtsidentitäten so viele falsche Vorstellungen in den Köpfen?
00:42:30: Ich glaube weil viele sich nicht in die Situation hineinversetzen können ein anderes Geschlecht zu empfinden als mein biologisches Geschlechteiglich ist.
00:42:45: Und da fängt es halt oft mal so an, ich muss es verstehen bestenfalls und wenn nicht dann kann ich's ja trotzdem akzeptieren.
00:42:55: Ich muss ja nicht alles verstehen und trotzdem kann ich respektvoll mit den Menschen umgehen.
00:42:59: Und ich glaube diese Unwissenheit ist bei vielen der Grund kein Verständnis dafür zu haben plus dass ich erlebe, dass in den Medien viele Personen eine Bühne bekommen die vielleicht sehr extravagant sind.
00:43:14: Die vielleicht sehr bunt aussehen, sehr schrill aussehen und viele setzen das dann gleich mit alle Transpersonen.
00:43:24: Alle Schwulen sind bunt und kreischend wild durch die Gegend.
00:43:29: Das ist ja aber überhaupt gar nicht so.
00:43:31: Diejenigen, die laut in den Medien sind es eigentlich Minderzahl von den Personen im Alltag, die mit dem ganzen Thema betroffen sind.
00:43:41: Und das muss ich erst mal verstehen und lernen und auch erfahren.
00:43:44: Da versuchen wir genau das in der Klinik
00:43:47: umzusetzen.".
00:43:50: Wir haben vorhin schon so ein bisschen über Migrationen- und Migrationserfahrungen gesprochen als es um deinen Lebenslauf ging.
00:43:56: Was bedeutet das für euch in der klinik wenn Patientinnen mit Fluchterfahrung zu euch kommen?
00:44:01: An welchen Stellen müsste da besonders sensibel
00:44:04: sein?".
00:44:07: Also es fängt ja mit der Sprachbarriere oftmals schon an.
00:44:11: Das heißt, wenn wir wissen, es kommen Patientinnen zum Gespräch die eine Sprachparriere haben werden wir automatisch Sprache und Integrationsmittel erinnern dazu buchen.
00:44:23: das heißt Die Gespräche werden gedolmetscht entweder per Telefon oder live vor Ort damit überhaupt erst mal ein Gespräch stattfinden kann.
00:44:33: Und da fängt es nämlich schon an.
00:44:35: ich muss Wissen wen kann ich anrufen, wie kann ich mir jemandem bestellen und dass es jetzt überhaupt mache.
00:44:43: Vor vielen Jahren war das nämlich nicht gang und gäbe.
00:44:45: da wurden irgendwelche Familienmitglieder dann dazu gestellt oder ich habe ein kurzes Gespräch geführt mit Händen und Füßen und irgendwelchen Wörterbüchern und habe viel zu wenig wichtige Informationen erhalten und das ist mittlerweile wirklich anders.
00:44:59: Und darüber hinaus, also die Sprache ist natürlich das eine.
00:45:03: Aber da sind ja auch ganz viele kulturelle Hintergründe, die man vielleicht mit einen kalkulieren muss wenn man jetzt über psychische Erkrankungen spricht... Also das ist ja ein ganz schön komplexes Thema vor allen Dingen wenn es darum geht wirklich systemisch den Mensch zu beurteilen.
00:45:19: Wie geht der das an?
00:45:21: Auch hier mit viel Schulung und Sensibilisierung.
00:45:26: Man muss sich natürlich auch mit verschiedenen Kulturkreisen auseinandersetzen, und auch verstehen, dass gewisse Kulturkreise eine ganz andere Kommunikation haben.
00:45:35: Und das vor allem psychische Erkrankungen in vielen Kulturkreis gar keinen Platz haben – die gibt es gar nicht!
00:45:43: Das muss ich erst mal verstehen, um mit den Patientinnen in Kontakt zu kommen.
00:45:48: Sie überhaupt erstmal abzuholen und einen Vertrauen aufbauen zu können.
00:45:53: Und die Sprache- und IntegrationsmittlerInnen helfen auch dabei.
00:45:56: Das sind Dolmetschende, die aus den ähnlichen oder gleichen Kulturkreisen kommen wie die Patientinnen, die vielleicht selber auch so was erlebt haben.
00:46:05: Die können den Therapeutinnen ganz anders vermitteln was der Patient jetzt gerade denkt und beziehungsweise, was er damit meint mit seiner Aussage.
00:46:14: Was wir vielleicht nicht einordnen können, wenn wir uns damit nicht
00:46:18: auskennen.".
00:46:19: Gibt es da so einen Punkt in der Behandlung?
00:46:22: Der für dich immer so charakteristisch ist, weil letztendlich wissen die Menschen, die an zu euch kommen, die wissen ja gar nichts von einer Offenheit oder Ausrüstung im Sinne von Dolmetschern, Programmen
00:46:33: usw.,
00:46:33: sie empfangen werden.
00:46:35: Gibt's einen Punkt für dich wo du merkst... Dem Moment ist das Vertrauen da?
00:46:40: Das ist wirklich ganz essentiell.
00:46:43: Ich glaube, dass beginnt schon relativ früh.
00:46:45: wenn die Patientinnen zu den Erstgesprächen in den Ambulanzen kommen und merken es wird sich um mich gekümmert.
00:46:53: Vielleicht haben sie vorher schon viel Ablehnung aufgrund der Kultur, aufgrund des Aussehens.
00:46:58: Aufgrund der Menge an Patientinnen mit Migrationshintergrund gerade in den Ambulanzen.
00:47:05: Die haben vielleicht dann Ablehnung erlebt.
00:47:06: und wenn Sie merken hier wird sich aber um mich gekümmert... Es wird ein Dolmetscher bestellt.
00:47:13: Die geben vielleicht nicht beim ersten Gespräch auf, wenn es schwierig wird sondern ich bekomme Folgetermine.
00:47:17: Es wird eine Diagnostik durchgeführt.
00:47:20: Das sind schon die Momente wo Patientinnen Vertrauen gewinnen und wenn wir im Netzwerk auch zusammenarbeiten uns gegenseitig unterstützen dann ist recht
00:47:33: Du legst in deinem Job ja ganz großen Fokus auf Ausgewogene Beziehung, gleichberechtigte Beziehungen.
00:47:38: Unser Podcast steht unter dem Motto sinnvoll in jeder Beziehungs- wie würdest du diesen Satz mitleben füllen?
00:47:45: Alle Beziehunge die ich habe im privaten Umfeld auf freundlicher, freundschaftliche Ebene im beruflichen Kontext müssen mit Respekt gefüllt werden und mit einer gewissen Portion Neugierde Und diese beziehungen sind voll zu Füllen sagt für mich aus dass mich für die anderen Menschen interessiere, für die Hintergründe interessiere und sie auf Augenhöhe anerkenne.
00:48:13: Wie hast du dich persönlich denn eigentlich verändert seitdem du dich mit dem Bereich Diversität mehr beschäftigst?
00:48:22: Auch ich bin offener geworden!
00:48:25: Ich habe auch wie jeder Mensch verurteile Stereotypesdenken gehabt viel Unwissenheit.
00:48:31: Ich hab mich verändert da sich vielmehr akzeptiere Ich muss nicht alles verstehen, ich muss auch nicht alles nachvollziehen können.
00:48:38: Das erwarte ich von niemanden und am wenigsten von mir aber eine Akzeptanz sollte da sein.
00:48:45: jeder sollte die Freiheit haben das zu tun zu denken zu fühlen und zu handeln wie er möchte.
00:48:53: Punkt ganz große ganz großer punkt.
00:48:56: Frage.
00:48:57: letzte frage noch wenn du drei dinge sofort verändern könntest Wie würdest du für mehr Gleichberechtigung in der Versorgung von Personen mit einer psychischen Erkrankung sagen?
00:49:06: Weiterhin viel mehr Schulungen und Aufklärungen durchführen, Handlungsrichtlinien oder Handlungsempfehlungen in vielen Bereichen erstellen damit KollegInnen vielmehr Handwerkzeug mit an die Hand bekommen.
00:49:23: Und vielmeher interaktive Übungen um einfach diese unterschiedlichen Perspektiven zu erleben.
00:49:30: das ist glaube ich immer noch das Wichtigste.
00:49:33: drei gute Dinge auf jeden Fall.
00:49:35: Wie wäre es eigentlich, in einer Welt zu leben, in der jeder Mensch das Gefühl hat, in seiner Einzigartigkeit gesehen, respektiert und geliebt zu werden?
00:49:42: Franco Peulen arbeitet jeden Tag daran diese Vorstellung in Realität umzuwandeln.
00:49:56: und erfüllt es miteinander.
00:49:58: im Interesse füreinander liegt.
00:49:59: Im Interesse für den Menschen gegenüber, im Perspektivwechsel, hineinversetzen in dessen Lage.
00:50:05: Toll dass du dir das zur Aufgabe gemacht hast diese Mauern einzureißen Und ich glaube, dass du mit deiner Tätigkeit einen ganz entscheidenden fundamentalen Teil dazu beiträgst Dass sich Individuen in unserer Gesellschaft wohlfühlen.
00:50:17: Danke für den Besuch.
00:50:19: Vielen vielen Dank!
00:50:20: Danke fürs tolle Gespräch und danke dass ihr dem wichtigen Thema Raum gibt.
00:50:24: Francesco Pollen Diversity und Migrationsmanager.
00:50:28: Und auch Fortbildungsbeauftragter an der LVR-Universitätsklinik in Essen!
00:50:32: Falls ihr keine Updates rund um Seelenarbeit verpassen wollt, abonniert noch schnell die sozialen Kanäle vom LVR dann seid ihr direkt an der Quelle für alle News.
00:50:40: Schön dass ihr heute mit dabei wart.
00:50:42: ich bin Daniel Schwinggeheuer.
00:50:43: macht's gut bis dann Tschüss.
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