Folge 17 – Suchterkrankungen verstehen und behandeln

Shownotes

„Hör doch einfach auf“ – diesen Satz hören Menschen mit einer Suchterkrankung oft. Doch Sucht ist keine Willensschwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung. Wie kann moderne Suchtmedizin helfen und Vorurteile abbauen?

Moderator Daniel Schwingenheuer spricht mit Dr. Francesca Borlak, Chefärztin der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen und Psychotherapie an der LVR-Klinik Bonn / Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn. Sie erzählt von ihrem Weg in die Psychiatrie und davon, wie sie die Versorgung weiterentwickeln möchte.

Im Gespräch geht es unter anderem darum:

  • Warum Sucht eine Erkrankung und keine Charakterschwäche ist
  • Weshalb Doppeldiagnosen eine gemeinsame Behandlung erfordern
  • Wie Virtual Reality beim Umgang mit Suchtdruck helfen kann
  • Wo Angebote für Verhaltenssüchte fehlen und wie digitale Zugänge helfen können
  • Woran man Abhängigkeit erkennt und warum Scham den Weg zur Hilfe erschwert

Für alle, die Sucht besser verstehen und mehr über moderne Behandlung erfahren möchten. Jetzt reinhören!

Triggerwarnung: In diesem Podcast sprechen wir über psychische Erkrankungen. Wenn dich diese Themen belasten könnten, höre bitte achtsam zu und hol dir professionelle Unterstützung, wenn du sie brauchst.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Natürlich geht es in der psychiatrischen Behandlung darum zu verstehen, warum jemand eine Abhängigkeitserkrankung entwickelt hat.

00:00:07: Das ist natürlich auch ein Prozess, das nicht immer in wenigen Wochen abgeschlossen ist.

00:00:12: Es sind ja wirklich hochkomplexe Phänomene die so eine Suchterkrankung auslösen.

00:00:17: und wenn man ganz ehrlich ist wir sind auch an einem Punkt wo wir das noch nicht hundert Prozent verstehen in der

00:00:26: Psychiatrie.

00:00:30: Echte Geschichten, ehrliche Einblicke von Menschen die mit Herz in der Psychiatrie arbeiten.

00:00:34: Unser Ziel Vorurteile abbauen, Einblicken geben und den Menschen hinter dem Beruf sichtbar machen Denn Seelenarbeit beginnt mit echten Geschichten Und hier erzählen wir sie.

00:00:52: Herzlich willkommen euch.

00:00:53: zur neuen Folge.

00:00:54: heute geht es um Sätze wie Hör doch einfach mal wieder auf mit dem trinken oder kannst du nicht weniger rauchen?

00:01:01: Wir werden zusammen wieder ein bisschen schlauer und lernen was über psychische Erkrankungen, und über die Psychiatrie.

00:01:07: Ich bin Daniel Schwingauer und wir sind zusammen an der LVR-Klinik in Bonn unterwegs.

00:01:12: Es geht um Suchterkrankung Ein Thema das gesellschaftlich ich sag mal vorbewertet ist bei dem viele Vorurteile bestehen Und genau das ist meiner heutigen Gästein einen Riesendorn im Auge.

00:01:24: Sie möchte mit innovativen Ansätzen entstigmatisieren Aufklären!

00:01:28: Und natürlich Hilfsangebote schaffen.

00:01:31: Dr.

00:01:31: Francesca Bollack, schön dass du da bist!

00:01:33: Ja vielen Dank.

00:01:34: Du bist Chefärztin der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen und Psychotherapie an der LVR-Klinik in Bonn gleichzeitig akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn Und wir sprechen gleich natürlich über all die Dinge die sich da so beschäftigen.

00:01:49: ich möchte aber trotzdem am Anfang kurz eine Triggerwarnung los werden.

00:01:52: das ist immer wichtig hier zu Beginn dieses Podcasts.

00:01:55: Es geht in dieser Folge um sensible Themen, rund um psychische Erkrankungen.

00:01:59: Deswegen die Bitte an euch, die ihr jetzt gerade zuhört!

00:02:02: Wenn euch solche Inhalte emotional belasten dann hört bitte nur weiter zu wenn ihr euch gerade stabil fühlt oder gemeinsam mit einer Vertrauensperson und zögert auch nicht professionelle Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

00:02:14: Francesca ganz zu Beginn hüpfen wir mal ganz kurz durch dein Lebenslauf damit alle wissen wo du eigentlich herkommst was du schon gemacht hast.

00:02:20: Du bist aufgewachsen in Hannover Dann hast du studiert und promoviert an der Charité in Berlin, Promotion im Bereich Krebsforschung.

00:02:31: Charité In Berlin ist ein großer Name!

00:02:33: Ich glaube jeder kennt die Charité.

00:02:34: oder hast Du das auch festgestellt?

00:02:36: Auf jeden Fall ist ja eines der größten Kliniken in ganz Europa.

00:02:41: Es gab sogar eine historische Sendung zur Charité Berlin.

00:02:47: also es ist schon ein sehr bekanntes Krankenhaus.

00:02:50: Nach dem Studium hast du gearbeitet in der inneren Medizin, in Hannover und nach einem Jahr bist du dann in die Psychiatrie gewechselt.

00:02:58: Ganz spannender Schritt!

00:02:59: Da möchte ich gleich gerne auch noch mehr zu erfahren.

00:03:02: Du hast deinen Facharzt gemacht an der medizinischen Hochschule in Hannova.

00:03:06: danach bist du Chefärztin geworden.

00:03:08: zwei Suchtkliniken im Freiburger Raum und seit dem ersten Juli also noch ganz frisch bist du jetzt Chefärzins der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen und Psychotherapie an der LVR-Klinik in Bonn.

00:03:20: Herzlichen Glückwunsch noch mal, ist ja noch gar nicht so lange her!

00:03:22: Wie gefällt's dir im Rheinland?

00:03:23: Ja vielen Dank erst einmal... Also mir gefällt es sehr gut.

00:03:27: Es ist natürlich immer schwierig am Anfang.

00:03:29: Man muss sich ein bisschen in einer neuen Stadt zurechtfinden man muss die neuen Strukturen kennenlernen auch das Kulturelle.

00:03:36: also der Karneval ist mir jetzt doch nicht so'n Begriff muss ich ehrlicherweise sagen.

00:03:40: Das kommt noch

00:03:42: Ein bisschen kultureller Anpassung braucht es glaube ich noch.

00:03:45: Ganz spannend, wenn man auf deinem Lebenslauf schaut du warst und bist auch noch die jüngste Chefärztin Deutschlands mit ein dreißig in Freiburg schon gewesen.

00:03:55: Und jetzt in Bonn immer noch mit dreiunddreißig Jahren.

00:03:58: das ist auch.

00:04:00: also.

00:04:00: ich bin immer noch sehr beeindruckt dass man in so kurzer Zeit eine solche Karriere hinlegen kann.

00:04:05: Fühlt sich das irgendwie besonders an oder ist es für dich einfach einfach so gekommen und völlig normal?

00:04:11: Ich meine unterhält sich ja auch mit deinen ehemaligen Abi-Genossinnen.

00:04:16: Ich merke schon, dass es ein ungewöhnlicher Weg ist und das ist für mich auch so ein bisschen das Spannende.

00:04:22: Letztendlich ist es für mich trotzdem irgendwo ein natürlicher Progress gewesen.

00:04:27: Also ich wusste schon relativ früh, dass ich in die Suchtmedizin möchte.

00:04:31: Ich wusste auch schon früh, daß sich das gerne in der Leitendenfunktion ausüben möchte.

00:04:37: Und was jetzt so gekommen ist, konnte ich nicht so genau planen.

00:04:41: Aber ich bin sehr froh, dass er so gekommen war!

00:04:43: Ja, ich glaube wir alle.

00:04:45: Zum Schluss um das abzuschließen!

00:04:47: Deine fachlichen Schwerpunkte unter anderem moderne Suchtmedizin verhältensüchte Digitalisierung und Entstigmatisierung.

00:04:54: Und jetzt haben wir eine Tradition hier in diesem Podcast.

00:04:57: es gibt ganz zu Beginn immer eine Schnellfrage Runde.

00:04:59: da musst du auch durch.

00:05:01: Es gibt drei Fragen für dich und deine Aufgabe ist so schnell und präzise wie möglich darauf zu antworten.

00:05:08: Also bist Du bereit?

00:05:10: Ich bin bereite

00:05:11: Großhaltig.

00:05:12: Erste Frage, heute ist dein Glückstag.

00:05:14: Du darfst dir eine Superkraft im Klinikalltag aussuchen.

00:05:17: Welche nimmst du?

00:05:18: A-Gedankenlesen B-Zeitanhalten oder C-Bürokratie verschwinden lassen?

00:05:25: Bürokrativ verschwenden lassen?

00:05:27: also Dokumentation und administrative Tätigkeiten sind sehr wichtig aber natürlich auch etwas was um Klinikaultag sehr viel Zeit kostet die wir eigentlich für Menschen mit Therapie brauchen.

00:05:40: Die zweite Frage Nennen wir mal drei Hashtags, die zu deinem Beruf passen.

00:05:47: Hashtag Psychiatrie, Hashtack Suchmedizin und Hashtegverantwortung.

00:05:54: Und die dritte Frage du darfst ein Vorurteil über Suchterkrankungen von jetzt auf gleich aus allen Köpfen der Welt streichen, welches es ist?

00:06:03: Das sucht eine Charakter Schwäche oder einen Versagen ist.

00:06:07: also sucht das eine behandelbare Erkrankung mit biologischen, psychischen und sozialen Faktoren und kein moralisches Defizit.

00:06:16: Auch darüber werden wir gleich noch sprechen!

00:06:18: Ich finde das immer ganz spannend wie Leute eigentlich da gelandet sind wo sie am Ende so gut reinpassen wie du jetzt?

00:06:24: Wir haben gerade schon gehört du bist nach deinem Studium nach der Promotion bis zu zurückgegangen nach Hannover erst in erinnern Medizin gearbeitet und dann in die Psychiatrie bist du gewechselt.

00:06:35: warum?

00:06:36: Was war das damals für eine Situation, in der du dich dafür entschieden hast?

00:06:42: Also mich hat die Psychiatrie eigentlich schon im Studium interessiert.

00:06:46: Aber damals wurde sie oft nicht so als richtige Medizin gesehen.

00:06:50: Also habe ich ein bisschen mein Interesse verdrängt und mich erst mal für ein Jahr innere Medizin entschieden was ich jetzt inhaltlich auch sehr spannend fand.

00:07:00: Loslassen konnte ich die Psychatrie aber nie!

00:07:03: Und auch an der inneren Medizin hatte ich immer wieder Kontakt mit psychisch kranken Menschen und war letztendlich fasziniert von der Komplexität vom psychischen Erkrankung.

00:07:14: Und irgendwann wurde mir dann klar, das ist jetzt mein Fach!

00:07:18: Also habe ich dann den Wechsel gewagt auch ohne vorher einen einzigen Tag in der Pseetrie gearbeitet zu haben.

00:07:24: Ach was?

00:07:25: Ach krass... Das ist ja häufig so ein Prozess, ne?

00:07:28: Es gibt ja selten diesen einen Moment wo man sich entscheidet.

00:07:31: Sondern wie du gerade auch schon meinst, man ist halt fasziniert von sowas und es ist immer so unterschwellig mit dabei.

00:07:38: Und trotzdem muss man irgendwann die Entscheidung fassen!

00:07:40: Was war das für eine Situation?

00:07:42: War das zu Hause in der Küche abends beim Abendessen oder ...?

00:07:47: Das war natürlich genau, wie du sagst, ein Prozess.

00:07:50: Aber letztendlich muss ich sagen, war mal Tätigkeit in der Notaufnahme an der inneren Medizin auch sehr ausschlaggebend.

00:07:57: Denn mich hat die Ablehnung, die die Menschen, also so kranke Menschen auf der Bahn haben tief bewegt.

00:08:03: Also viele wurden abgewertet ich sag mal nur abgearbeitet und grundsätzlich als störend empfunden.

00:08:11: Und das hat in mir den Wunsch geweckt diese Erkrankungen besser zu verstehen und auch dem Betroffenen wirklich zu helfen nicht nur medizinisch sondern auch menschlich.

00:08:23: Also meine Leitfragen waren Eineinhalb der ersten Monate, warum werden Menschen eigentlich abhängig?

00:08:30: Und warum urteilt die Gesellschaft darüber so hart.

00:08:35: Das sind sehr große Themen.

00:08:36: wenn ich mir jetzt gerade vorstelle du bist mit einund dreißig in Freiburg dann Chefärztin geworden das heißt du warst da so Mitte Ende zwanzig als du dich mit solchen Themen beschäftigt hast und Dann steht man da plötzlich und hat wirklich große Schicksale vor sich.

00:08:50: wie geht man denn damit um Wenn man dann noch so jung ist, schaffst du es rein medizinisch zu betrachten?

00:08:59: Also grundsätzlich waren das für mich auch schwierige Situationen mit denen ich mich emotional auseinandersetzen musste.

00:09:08: Gerade die Sehen in der Notaufnahme haben mich wirklich tief bewegt.

00:09:12: aber letztendlich ist daraus der Wunsch entstanden etwas daran zu verändern und das hat mir die Kraft gegeben damit besser umgehen zu können weil Okay, du kannst in diesen Fachbereich wechseln und du kannst vielleicht auch dort etwas bewegen.

00:09:27: Und das hat mir auch in dem Sinne geholfen diese Szenen besser einzuordnen und zu

00:09:31: verarbeiten.".

00:09:34: Und dann hast Du gerade schon gesagt, Du warst vorher kein einziger Tag in der Psychiatrie gearbeitet?

00:09:38: Ja!

00:09:39: Bis dann dahin... Wie wart denn Dein erster

00:09:40: Tag?!

00:09:42: Und daran kann ich mich noch sehr genauer erinnern.

00:09:44: Das ist wirklich erstaunlich dass einen solchen Moment doch so lange im Gedächtnis bleiben.

00:09:49: Ich war ein bisschen erschlagen, weil das in der inneren Medizin doch alles ein bisschen anders läuft.

00:09:54: Also da gibt es schon einen bisschen anderen Ablauf auch auf der Station als in der Psychiatrie.

00:09:59: In der Psychiätrie haben wir doch deutlich mehr Multi-Professores arbeiten und startet auch mit Teams.

00:10:05: Das kannte ich jetzt aus der Inneren Medizine nicht so, dass man auf die Station gekommen oder abgingens mit Blutabnahmen, Frauenüllen legen und was dann getan werden musste.

00:10:15: Und

00:10:15: d.h.,

00:10:15: es war schon vielleicht auch ein kleiner Kulturschock Aber ich hab letztendlich keinen Tag daran gezweifelt, dass das die richtige Entscheidung war.

00:10:23: War's denn anders als du dir das vorgestellt hast?

00:10:26: Also grundsätzlich hatte ich keine ganz klare Vorstellung wie der Alltag in der Psychiatrie ist.

00:10:32: Aber als ich da war, muss ich sagen, war ich wirklich begeistert.

00:10:36: Denn ich hatte mich ja vorher schon inhaltlich mit der Psychiätrie auch auseinandergesetzt aber halt eher aus dem Buch und das Ganze dann auch live zu sehen ... Das hat mir total gefallen und da war für mich klar, dass war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

00:10:50: Gibt es denn eine Sache, die dich ganz besonders überrascht hat oder die dir ganz besonders gut gefallen hat?

00:10:55: Die jetzt vielleicht im Gedächtnis geblieben ist... Wenn du nichts hast musst du dir nichts ausdenken.

00:10:58: Aber vielleicht gibt's ja die eine Sache wo du denkst, oh damit hätte ich nicht gerechnet das habe mich irgendwie geflasht.

00:11:06: Ich kann nicht sagen was jetzt ein Moment war!

00:11:08: Ich glaube es war eher die die Gesamtlage und man muss auch sagen ich war ja in Hannover an der medizinischen Hochschule Hannover.

00:11:15: Es hat so ein bisschen auch die Besonderheit, dass auch die Psychiatrie in quasi der großen Uniklinik integriert ist.

00:11:21: Und was mir da wirklich gefallen hat war, dass man sozusagen nicht nur so ein abgeschiedenes Fach war irgendwo auf dem Parkgelände sondern man richtig quasi in der Akutversorgung und auch in der zentralen Notaufnahme eben tätig war.

00:11:35: Das hat mir wirklich gut gefallen weil es auch nochmal das unterstützt hat Was mir auch wichtig ist, dass die Pseudrie eben nicht so ein Nischenfach ist.

00:11:43: So etwas was aber an der Seite existiert sondern das genauso relevantes wie die Kardiologie oder die Chirurgie.

00:11:51: Ja und von dem Punkt aus können wir jetzt glaube ich fast vorwärts ins heutige Jetzt springen.

00:11:56: Das hat sich nämlich weiter fortgesetzt.

00:11:57: Jetzt bist du in einer FUR-Klinik in Bonn eine der größten psychiatrischen Kliniken in Deutschland.

00:12:03: Was hatte ich daran gereizt?

00:12:04: Speziell an diesem Riesenbereich sucht Medizin dort

00:12:09: Also die LVR-Klinik Bonn behandelt ja das gesamte Spektrum am psychischen Erkrankung, also sozusagen maximal Versorger der Psychiatrie.

00:12:18: Es ist letztendlich auch hochspezialisiert und vor allem besonders innovativ.

00:12:24: Und in unserer Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen behandeln wir prinzipiell jede Form von Abhängigkeitserkrankungen mit Spezialangeboten wie Doppeldiagnosen.

00:12:35: Wir behandeln ambulant ... Teil und auf Vollstationen natürlich.

00:12:40: Und sind insgesamt einer der führenden Einrichtungen dieser Art in Deutschland, also diese Kombination aus Größe, Spezialisierung und Innovationskraft das hat mich wirklich gereizt.

00:12:53: Sag mal ganz kurz was sind denn Doppeldiagnosen eigentlich?

00:12:55: Sind ja auch viele dabei die zuhören die jetzt nicht vom Fach sind.

00:12:58: Was ist das und warum ist es besonders

00:13:02: Ganze?

00:13:02: Doppeldiagnosen bedeutet, dass neben der Suchterkrankung eine weitere psychische Erkrankung vorliegt.

00:13:09: Ich arbeite immer gerne mit dem Bild vom Eisberg also die Suchtererkrankungen sozusagen auf die Spitze des Eisberges und darunter verbergen sich alle erdenklichen psychischen Erkranken.

00:13:21: Es macht oft keinen Sinn, nur einen Zug zu machen oder nur die Suchterkrankung zu behandeln.

00:13:27: Wenn man eben die zugrunde liegende Erkrankungen nicht behandelt also die Depressionen, die Angestörung, die postmarsche Belastungsstörungen oder eben auch Psychose zum Beispiel und wir haben hier in unserer Abteilung zum Beispiel Angebot Sucht und Psychose oder auch ein sogenanntes DBTS-Programm, also eben für Menschen mit einer Suchterkrankung und auch noch eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ.

00:13:53: Du bist jetzt Chefärztin da bedeutet du leitest diese ganze Abteilungen?

00:13:56: Für Abhängigkeitserkrankungen, Psychotherapie.

00:13:59: damit bist du natürlich weniger im PatientInnen Kontakt als klassische Ärztin.

00:14:05: Du wirst mehr so verantwortlich für die Strukturen, für die Teams, Gibt es so Situation im Alltag, wo du einfach noch klassische Ärztin bist?

00:14:17: Wie du sagst.

00:14:18: Mein Tag ist ein Mix aus Führung, Strategie aber auch natürlich klinische Arbeit.

00:14:25: Also grundsätzlich habe ich ja verschiedene Teamsitzungen, Konferenzen und natürlich auch Qualitäts- und Entwicklungsprojekte.

00:14:34: Aber gleichzeitig mache ich weiterhin Visite.

00:14:36: Ich spreche mit Patientinnen und bin auch in komplexen Fällen in der Regel direkt eingebunden.

00:14:43: Zudem habe ich eine eigene Privatambulanz, also die klassische Ärztin, die flägt noch sehr stark drin aber quasi noch mit einem größeren Hebel.

00:14:54: Also ich kann quasi Rahmen setzen damit gute Behandlung für mehr Menschen möglich wird und kann Prozesse so gestalten dass vorhandene Ressourcen besser wirken.

00:15:05: Das ist quasi die optimale Mischung für dich?

00:15:07: Absolut, absolut.

00:15:10: Dass man immer noch an der Patientin arbeitet und den Leuten hilft und gleichzeitig aber das große Ganze im Blick hat und da den Weg bestimmt.

00:15:19: Das ist doch eine gute Kombination oder?

00:15:22: Genau, dass wir nicht total optimal... Man isst so als Chef halt so ne Mischungen aus.

00:15:26: ja als klassischer Arzt und halt auch Manager Und das ist für mich die perfekte Mischung.

00:15:31: Du bist ja jetzt noch gar nicht so lange da, ne?

00:15:33: Gibt es da ein paar Dinge wo du sagst ach das konnte ich schon richtig cool verändern Das hat was geholfen.

00:15:41: Ja, da gibt es schon ein paar Projekte die jetzt aber quasi noch im Entstehen sind und das sind letztendlich verschiedene Bereiche.

00:15:48: Es geht einmal natürlich um die direkte Patientenversorgung.

00:15:50: also wie kann man Behandlungskonzepte eben noch optimieren?

00:15:54: Wie kann man Zugangswege in die Klinik erleichtern denn das ist ja ein großes großes Thema in der Suchthilfe.

00:16:00: Wie bekommt man die Patienten überhaupt in die entsprechenden Behandlungen oder in die Behandlungsangebote?

00:16:06: Das ist mir auch persönlich ein sehr großes Anliegen Gerade auch Kooperation mit z.B.

00:16:12: externen Praxen, mit Suchtberatungsstellen im Prinzip diese ganzen Schnittstellen zu optimieren.

00:16:18: das ist mir wirklich ein großes Anliegen.

00:16:20: Ja wir haben das jetzt gerade im Prinzip so anteilig schon besprochen.

00:16:25: ich möchte trotzdem darauf noch einmal zurück kommen.

00:16:27: also wir haben schon gesagt die Suchtmedizin in Bonn ist einfach ein riesiger Bereich Und damit auch größer als viele andere psychiatrische Kliniken in ganz Deutschland.

00:16:38: Damit hat die FDR-Klinik im Boden natürlich eine Art Vorreiterrolle, ne?

00:16:44: Kannst du das mal einordnen wie groß das ist und wie zukunftsgewandt das letztendlich da ist, dass man sich das richtig vorstellen kann?

00:16:54: Also ich habe es am Anfang kurz erwähnt.

00:16:56: Wir behandeln das gesamte Spektrum an Abhängigkeitserkrankung ... also Alkohol, illegale Drogen, Medikamente.

00:17:04: Aber auch die Erwähnten im Doppeldiagnosen.

00:17:06: Also Sucht plus andere psychische Erkrankungen.

00:17:09: und letztendlich durch diese Spezialisierung können wir eben sehr passgenaue Programme anbieten.

00:17:14: Zum Beispiel für Menschen mit Migrationsgeschichte haben wir eine spezialisierte Ambulanz, die sogenannte Trias.

00:17:21: Wir haben noch eine Substitutionsambulanz.

00:17:26: viele auch ambulante Angebote, die der stationäre Angebot ergänzen und die Versorgung kontinuierlicher machen.

00:17:33: Und weil du von Zahlen gesprochen hast oder von Größe gesprochen hast kann man sagen wir haben fünf Stationen und wir haben eben die erwähnten Ambulanzen.

00:17:42: das sind jetzt quasi die speziellen Angebote die ich erwähnt habe.

00:17:45: grundsätzlich gibt es eine allgemeine Suchtambulanz.

00:17:48: also ist wirklich schon eine sehr große Abscheilung mit über zweihundert Mitarbeitern und eben ganz, ganz viel Expertise in den verschiedenen Bereichen.

00:17:59: Wir behandeln nicht einfach allgemein auf der Erkrankung sondern wie gesagt wirklich auch spezielle, ich sag mal Konstellation mit den Doppeldiagnosen oder eben auch für Menschen die sozusagen Sprachbarrieren haben.

00:18:11: das ist gerade in der erwähnten Trias-Ambulanz eben wichtig.

00:18:14: da haben wir zum Beispiel Türkisch oder Russesprechende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

00:18:20: also es ist schon ein sehr großes Angebot.

00:18:22: Ja, über die Doppeldiagnosen haben wir ja vorhin schon gesprochen.

00:18:25: Ich habe das Gefühl, dass es so ein Ansatz bei euch jetzt irgendwie schon Standard ist, der aber wenn mir insgesamt auf die Suchtmedizin schauen etwas ist was sich vermutlich PÖAPÖ immer mehr etabliert... Also es klingt für mich einfach sehr sinnvoll, dass man das ganzheitlicher betrachtet und dann halt verschiedene Abhängigkeitserkrankungen oder verschiedene psychische Erkrankung damit in den Blick nimmt.

00:18:48: Gibt es da so andere Themen wo du auch sagst ja das wird gerade zum ich nenn's mal Trend in der Psychiatrien, dass es angeboten wird was bei uns aber schon gelebt wird was schon Standard ist?

00:19:02: Ein wichtiger Bereich ist das Thema auch im digitalen Angebot Und da ist zum Beispiel die Virtual Reality zu nennen in der Suchtherapie.

00:19:10: Das ist ja im Prinzip auch ein neues Behandlungsangebot, was es sozusagen auch Deutschland noch nicht in vielen Kliniken gibt, weil du gerade angesprochen hast, was gibt's für innovative Angebote?

00:19:24: Da sind wir schon in der Vorreiterfunktion, dass wir das jetzt schon unseren Patientinnen und Patienten anbieten können.

00:19:31: Ja, also das habe ich auch gelesen.

00:19:33: Das finde ich total spannend und da würde ich gerne ein bisschen mehr mit dir drüber sprechen.

00:19:37: über diese VR-Brillen.

00:19:39: habt ihr glaube ich ne?

00:19:40: Richtig!

00:19:40: In der Therapie für diejenigen, die sich das nicht vorstellen können, dass es wie so eine Art Taucherbrille, die man aufsetzt nur, dass man dann vor beiden Augen einen Display hat und auf diesen Display wird einfach eine andere Welt abgespielt.

00:19:53: Wie so eine art Kinofilm.

00:19:55: Das Besondere ist halt nur, wahrscheinlich in eurem Fall auch irgendwie der Kopf noch getrackt wird, sodass eigenhändig umschauen kann.

00:20:02: Es ist kein Film, den man letztendlich dann auf beiden Augen sieht sondern man taucht wirklich ein in so eine virtuelle Welt die einem dann gezeigt wird.

00:20:10: also so funktionieren diese Brillen jetzt mal rein technisch und dann würde ich gerne wissen wie benutzt ihr das denn um den Menschen zu helfen damit?

00:20:21: Ja das Besondere ist dass wir letztendlig realitätsnah aber kontrollierte Situation schaffen können Also zum Beispiel eine Szene mit einer Bar ein Supermarkt oder eine Party.

00:20:33: Und in dieser sicheren Umgebung können Patientinnen und Patienten lernen mit Suchtdruck, den sogenannten Craving umzugehen.

00:20:42: Es geht darum, dass die Patienten lernen, Nein zu sagen und alternative Handlungen zu üben ohne eine reale Gefahr.

00:20:50: Das ist sozusagen wie so ein Trainingslager für den Alltag.

00:20:53: kann man sich das vorstellen.

00:20:58: Alkohol krank ist und früher immer, wie du sagst in die Bar gegangen ist.

00:21:02: Und sich dann drei Whiskey hintereinander bestellt hat?

00:21:06: Dann kann er quasi mit dieser Brille in die bar gehen... ...und erstmal lernen, sich was anderes, eine Cola zu bestellen oder so.

00:21:13: Genau also ganz grundsätzlich tauchen die Betroffenen in, wie Du bereits erwähnt hast, in einer dreideh Umgebung ein, die aber sehr lebendig wirkt.

00:21:23: Also es gibt dann wirklich so Hintergrundgeräusche man sieht andere Menschen Und natürlich gibt es dann auch eben kritische Situation, in denen zum Beispiel ein Alkohol oder Drogen angeboten werden.

00:21:35: Das Ganze ist ganz wichtig wird therapeutisch begleitet.

00:21:38: Wir lassen jetzt nicht die Patientinnen und Patienten damit alleine.

00:21:42: Der Therapeuten steuern quasi die Szene und können sie auch an den Therapiefortschritt anpassen.

00:21:50: Ganz interessant, die Betroffenen spüren dann wirklich oft körperliche Reaktionen wie schwitzige Hände Klopfen, also wirklich ja echten Suchtdruck.

00:22:00: Aber eben in dem genannten geschützten Raum und die Behandlung kann jederzeit pausiert oder abgebrochen werden?

00:22:08: Was passiert da in dem Moment in den Menschen wo solche Reaktionen hervorgerufen werden?

00:22:16: was jetzt mal rein medizinisch, was passiert da im Moment?

00:22:23: letztendlich, und das ist ja auch das Ziel des Ganzen wird eben dieser sogenannte Suchtdruck ausgelöst.

00:22:28: Und es ist eben etwas was man wirklich körperlich dann eben auch symptomatisch feststellen kann.

00:22:34: wie bereits gesagt die schwitzigen Hände das Herz klopfen.

00:22:37: also die Patienten merken richtig letztendig die Symptome die sie auch aus dem Alltag kennen.

00:22:45: und letztendling geht's ja darum dass wir genau dort ansetzen wollen wo im echten Leben jetzt sozusagen die Gefahr des Rückfalls besteht, weil man muss sich fragen was passiert für Menschen Suchtdruck eben erleben?

00:22:58: Das Craving.

00:23:00: Naja es kommt dann leider häufig zum Konsum.

00:23:03: und in der VR Therapie geht's denn darum dass diese Momente ja wiederholt im Geübtwerden das Strategie getestet werden und auch dass das Ganze natürlich reflektiert wird und die entscheidende oder der entscheidenden Punkt ist dass die Betroffenen lernen, ich kann diesen Suchtdruck aushalten und anders handeln.

00:23:25: Also da geht es jetzt endlich ganz viel um das Thema Selbstwirksamkeit.

00:23:30: Ja was habt ihr für Ergebnisse damit erzielt?

00:23:35: Es gibt ja vermutlich etliche, die mit den VR-Brillen behandelt wurden und dann letztendlich schon wieder im normalen Leben angekommen sind.

00:23:44: Bisher haben wir wirklich eine sehr positive Rückmeldung.

00:23:47: Man muss sagen, die VR-Therapie in der Suchmedizin ist jetzt noch nicht in den Leitlinien verankert.

00:23:53: Also das ist letztendlich ein sehr innovatives Angebot im Bereich Anstörung.

00:23:58: Ist man da schon ein bisschen weiter?

00:24:00: Das heißt wir sammeln auch noch Erfahrung und es bedarf auch noch größere und kontrollierter Studien um letztendling auf die Langzeit effekte wissenschaftliche zu untersuchen.

00:24:12: Um festzustellen kann durch die VR Therapie wirklich langfristig eine Stabilisierung erreicht werden, kommt es zu weniger Rückfällen.

00:24:20: Das ist sozusagen noch Gegenstand der Forschung.

00:24:23: aber in unserer Klinik bekommen wir sehr so oft das Feedback und wir sehen es auch selber dass die Patienten wirklich davon profitieren, dass sie im Prinzip lernen ich sage mal durch gezieltes und wiederholtes üben von Fertigkeiten eben mit dem Suchtdruck besser umzugehen.

00:24:40: also das ist ganz entscheidend dass sie im Sinne der Selbstwirksamkeit lernen, ich kann anders handeln.

00:24:46: Ich kann auch im Prinzip da etwas an meinem bisherigen Verhalten

00:24:50: verändern.".

00:24:51: Ja das ist jetzt aus meinem leihnhaften Verständnis raus vermutlich ein zweiter Schritt in der Behandlung ne?

00:24:58: Erst mal müsst ihr ja wahrscheinlich herausfinden woher kommt denn eigentlich diese Abhängigkeitserkrankung?

00:25:05: was ist damit den Menschen passiert?

00:25:06: was steckt denn dahinter?

00:25:08: was haben die erlebt?

00:25:10: welche Art von Krankheit liegt da zugrunde.

00:25:13: Und dann ist das quasi so ein Schritt zurück in die, ähm ... in die Wälder draußen oder dass man darauf vorbereitet wird?

00:25:20: Oder kannst du das vielleicht einfach noch mal professionell einordnen als ich es jetzt gerade tue?

00:25:27: Du hast es schon ganz richtig gesagt!

00:25:28: Also natürlich geht's auch in der medizinischen Behandlung darum zu verstehen warum jemand wie sagt meine Abhängigkeitserkrankung entwickelt hat.

00:25:37: Das ist natürlich auch ein Prozess, der nicht immer in wenigen Wochen abgeschlossen ist.

00:25:42: Es sind ja wirklich hochkomplexe Phänomene, die so eine Suchterkrankung auslösen.

00:25:46: und wenn man ganz ehrlich ist wir sind auch an einem Punkt wo wir das noch nicht hundert Prozent verstehen in der Psychiatrie.

00:25:53: also was sind denn genau die Wechselwirkungen?

00:25:55: Wir wissen es gibt biologische Faktoren, es gibt genetisches Risiko, es gib soziale Fakturen, zylogische Fektoren aber wie das alles genau miteinander wechselwirkt Das ist sozusagen auch noch Gegenstand der Forschung.

00:26:08: Aber man kann schon schauen, gibt es im Prinzip zugrunde liegende Erkrankungen wie bereits erwähnt die Depression, die behandelt werden muss oder ein ADHS- oder eine prochthomatische Belastungsstörung?

00:26:19: Es geht natürlich auch darum im Sinne der Verhaltenstherapie zu lernen, wie kann ich damit umgehen?

00:26:25: Wir können jetzt nicht mit dem Parzetten unbedingt in eine Bar gehen und das Real Life austesten.

00:26:31: Das wird jetzt ein bisschen schwierig aussehen!

00:26:35: Aber wir können zumindest durch die VR-Therapie und das ist für mich schon der innovative Aspekt.

00:26:39: Wir können es wirklich vorbereiten und üben, denn ich sage mal in einer Gruppentherapies über ein theoretisches Szenario zu sprechen, ist nochmal was anderes als eine VR Brille aufzuhaben den Suchtdruck wirklich zu erleben und dann gezielt Skills einzüben, die auch funktionieren.

00:26:55: Das ist schon noch einmal ein weiterer und intensiverer Schritt.

00:26:58: Das klingt wirklich sehr zukunftsgerichtet und so dass man halt neue Technologien auch wirklich Sinn bringt anwendet.

00:27:06: Es gibt wirklich wahnsinnig viel, jetzt wenn du mal draufschauest wo sind denn noch so Versorgungslücken?

00:27:11: Was willst du jetzt auch als Chefärztin noch ausbauen?

00:27:14: Wo denkst du da kann man noch was machen?

00:27:17: Ein ganz großes Thema sind die Verhaltensüchte.

00:27:20: also wir kennen ja das patologische Glücksspiel Internet oder ich sag mal Kaufsucht Das ist ja zunehmend bekannter.

00:27:30: Aber letztendlich fehlen Behandlungsplätze, also die Wartezeiten sind lang und spezialisierten Angebote sind einfach zu wenig.

00:27:37: Und gerade jetzt bei den neuren Verhaltensüchten, die zum Teil noch gar nicht richtig kudierbar sind ... Also wie ich denke so Richtung Social Media sucht, was ja auch ein ganz großes Thema ist grad in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

00:27:51: Da wird es einfach spezialisiierte Angebote brauchen, wir brauchen da neue Schnittstellen.

00:27:57: Was sich auch wichtig finde, ist das Thema Schmerzmedizin, also bei chronischen Schmerzen fehlt häufig die Verzahnung von Schmerzemedizin, Psychotherapie und Suchtbehandlung.

00:28:10: Da braucht es mehr integrierte Angebote und da habe ich schon erste Kooperation mit Schmerzzentren jetzt hier in der Region erwürgt.

00:28:20: Was erhoffst du dir davon?

00:28:24: Letztendlich geht es darum dass Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung generell früher und einfacher in Suchthilfesystemen kommen.

00:28:34: Denn wir merken oft, dass die Patienten teilweise gar nicht wissen an wen soll ich mich wenden?

00:28:38: Bin ich überhaupt krank genug für eine Klinik?

00:28:41: Wo gibt es denn zentrale Anlaufstellen?

00:28:43: Und das ist aus meiner Sicht ganz wichtig, dass wir einfach die Schnittstellen verbessern und am besten perspektivisch auch in Richtung Prävention gehen.

00:28:52: Dass man gar nicht erst wartet bis die Erkrankung ausgebrochen ist sondern dass man auch präventive Angebote von einer Klinikausanbietet um eben Menschen quasi ja schon zu schützen, bevor die Erkrankung schon fortgeschritten ist.

00:29:05: Da gibt es natürlich inzwischen auch viel mehr Möglichkeiten als das vielleicht vor zwanzig Jahren noch der Fall war durch Smartphones, die alle Zuhause haben, digitale Suchtmedizin, Videosprechstunden und so.

00:29:16: Wie stellst du dir da die Psychiatrie der Zukunft vor?

00:29:20: Also man muss sagen grundsätzlich steuern viele Menschen den ersten Schritt in eine Suchtklinik.

00:29:27: also Sucht-Klinik ist ja auch an sich Leider was sehr stigmatisiert ist.

00:29:30: Also es geht generell in der Sucht mitziehen ganz viel um Scham, Angst vor Stigma und eben auch die Problematik dass manche Menschen sich aus gewissen Gründen gar nicht in eine Behandlung begeben können.

00:29:42: also wegen zeitlicher oder örtlicher Einschränkung muss man realistischerweise aufsagen Und digitale Angebote können da aus meiner Sicht niedrigschwellig den Erstkontakt ermöglichen sozusagen Brücken bauen Ich sage mal schrittweise in eine weiterführende Behandlung bringen.

00:30:03: Und ich stelle mir das so vor, also im Sinne der modernen Suchtmedizin die muss jetzt endlich so niedrigschwellig wie möglich sein.

00:30:11: Also das bedeutet konkret anonyme Angebote gerade wegen des Themas Charme Stigma Wohnort Nah eben digital dass man mehr Menschen erreichen kann ohne lange Wartezeiten.

00:30:24: Das ist auch ganz entscheidend, weil es für viele Menschen oft schwierig überhaupt den Schritt zu gehen sich Hilfe zu suchen und wenn man dann hört, er kommen sie in sechs Monaten wieder das ist vieler auch abschreckend und man verliert auch dadurch eben auch potenzielle Patienten.

00:30:38: und Patienten muss man ganz ehrlich sagen.

00:30:40: also es braucht auch klare einfache schnelle Zugänge weil die früher wir menschen erreichen desto besser sind eben die chancen dass die suchterkrankung eben gar nicht erst chronifiziert.

00:30:52: Das heißt, wenn wir das mal vergleichen jetzt mit dem Besuch beim Hausarzt wo man denkt ach ja ich wusste so ein bisschen seit drei Tagen hier.

00:30:58: Ich gehe da mal eben vorbei und lasse mich abhorchen dass man quasi einen ähnlich niedrig-schwelliges Level auch bei der Suchtmedizin oder psychischen Erkrankungen entwickelt.

00:31:09: Dass es nicht zwingend der Besuch ist.

00:31:10: aber nach einem Frühstück sagt ich spreche kurz per Video mit jemandem der soll mir meine Situation einmal einordnen

00:31:18: Genau, genau.

00:31:18: Also ich denke auch da an digitaler Sprechschulden ist es auch ganz wichtig wie viel es eben einfacher bei tatsächlich betroffene Angst haben gesehen zu werden wie sie eine Suchtberatungsstelle gehen oder wie sie in die Klinik gehen.

00:31:29: das hören wir tatsächlich auch und ich finde das sehr traurig weil man will natürlich so viele Betroffenen erreichen wie möglich Und da hilft die Digitalisierung weil da einfach die Schwelle viel viel niedriger ist.

00:31:41: Ja ja das kann ich mir vorstellen.

00:31:43: Lass uns noch mal ein bisschen hinter die Kulissen von Suchterkrankungen und gesellschaftlicher Wahrnehmung schauen.

00:31:50: Erstmal habe ich mich gefragt, gibt es so eine wissenschaftliche Definition?

00:31:54: Was ist Lust und was ist Sucht?

00:31:56: Also wenn wir jetzt über Alkohol sprechen, wenn jemand Lust hat, abends ein Bier zu trinken – das ist ja nicht gleich Sucht!

00:32:03: Genau, das ist eine Frage, die auch häufig gestellt wird, auch von Angehörigen.

00:32:08: Wann ist denn überhaupt jemand eigentlich abhängig?

00:32:11: Und wo ist die Grenze?

00:32:13: Es gibt, ich sag mal, definierte Abhängigkeitskriterien.

00:32:18: Die man letztendlich auch anhand von dem sogenannten ICD-Zencode eben abfragen kann.

00:32:24: Da geht es jetzt endlich darum... Hat man zum Beispiel wenn man konsumiert einen Kontrollverlust?

00:32:29: Gibt das eine Toleranzentwicklung?

00:32:31: also muss man immer mehr trinken um den gleichen Effekt zu erzielen hat man Entzugsymptome wenn man nicht konsumieren?

00:32:39: und auch ganz wichtig gibt es negative Konsequenzen in wichtigen Lebensbereichen, also vernachlässigen eben die Betroffenen zum Beispiel im Beruf oder ihre Beziehung um den Konsum aufrechterhalten zu können.

00:32:52: Das ist ein ganz großes Warnsignal.

00:32:55: Also ich frage mich gerade.

00:32:57: es wird ja häufig auch darüber gesprochen dass viele Leute halt einfach täglich abends so einen Glas Wein trinken oder ein Glas Bier.

00:33:05: und da gibt's ja immer mal wieder irgendwie Studien die kommen und dann gesagt wird so und so für Prozent trinken abends eine Flasche Bier oder zwei Flaschen Bier.

00:33:14: Diese Leute vernachlässigen nicht zwingend andere Menschen, ihren Beruf und ihr Leben.

00:33:19: Gleichzeitig wird es gefährlich, weil das dann auch eine Abhängigkeit fördert.

00:33:24: Wie ist so was denn einzuordnen?

00:33:26: Ich glaube, dass wir richtig unterscheiden, dass grundsätzlich der Konsum von Alkohol gesprochen einfach nicht unbedenklich ist, egal wie viel man konsumiert.

00:33:37: Früher hat die WHO zum Beispiel gesagt, so viel Gramm Alkohol pro Tag für ein Mann oder eine Frau ist in Ordnung.

00:33:43: Also es nicht gesundheitsschädlich.

00:33:45: Heute wissen wir das stimmt nicht.

00:33:46: Es gibt keinen gesundheitsförderlichen oder unbedenklichen Konsum.

00:33:52: Du hast ja gerade angesprochenes Glas Rotwein.

00:33:54: Früher hat man ja gesagt, naja das Glas RotWein ist irgendwie gut für die Gefäße.

00:33:58: Also auch in meinem Studium an der Charité Berlin hatten wir einen Kurs in der Pathologie wo jemand ganz glatte Gefäse hatte oder meinte auch sogar der Dozent vielleicht hat dir viel RotweIN getrocknet.

00:34:09: also es ist schon etwas was auch schon noch in den Köpfen.

00:34:14: ich sag mal vorherrscht diese Vorstellung dass es auch ein protektiven Faktor hat Selbst wenn es einen minimalen, ich sag mal, produktiven Faktor hat jetzt für Herz-Kreiseverkrankung.

00:34:26: in der Gesamtschau von allen Faktoren ist eben der Alkoholkonsum ungesund.

00:34:32: Also es gibt ja Studien die zeigen auch hier könnte ein kleiner irgendwie Benefit sein, also irgendein Risiko wird minimal reduziert.

00:34:39: aber man muss immer das gesamte betrachten und da wissen wir es gibt eben keinen unbedenklichen Konsum.

00:34:46: Hast du das Gefühl dass Menschen für sich selbst, insgesamt ins Geheimen eigentlich ganz richtig einordnen.

00:34:53: Also Leute die vielleicht denken weiß nicht ob ich da nicht irgendwie eine kleine Abhängigkeit entwickelt habe aber nach außen in der Gesellschaft wir haben gerade über Stickmar gesprochen natürlich nicht.

00:35:05: Ich sag mal so ich glaube viele Menschen Versuchen dann auch, gerade wenn sie ein bisschen mehr trinken als jetzt vielleicht alle zwei Wochen oder alle paar Wochen mal.

00:35:13: Versuchen da schon auch, ich sag man sprechend einzurordnen manchmal auch ein bisschen zu bagatellisieren.

00:35:19: also es ist ja doch nur ein Glas Aporol so nun Glas Wein und wenn man da manchmal näher nachfragt oder wenn man sich auch mit Menschen trifft dann merkt man okay das ist halt doch ein bisschen meer.

00:35:30: und deswegen ist es so unglaublich wichtig dass man darüber spricht was mich ganz interessant fand als ich auch mal andere Kollegen oder Freunde getroffen habe aus den Städten, wo ich vorher im gelebt habe.

00:35:43: Da kommt das natürlich dieses Thema immer wieder auf den Tisch und interessanterweise sagen ja noch einige, dass sie dann schon auch nachdem wir so grundsätzlich drüber gesprochen haben, das Thema reflektiert haben und gemerkt haben oh irgendwie ist es doch ein größeres Thema für mich als ich gedacht habe.

00:35:58: und das kommt eben durch diese Konversation und das ist mir auch wichtig zu sagen Irgendwie zu sagen, jeder der jetzt ein Glas Wein trinkt hat es irgendwie ein Problem oder das ist total wie kritisch zu betrachten.

00:36:11: Es geht einfach um die Sensibilisierung.

00:36:13: Jeder, der ihr wie Alkohol konsumiert soll einfach wissen was für Effekte das eben auf den Körper hat damit er oder sie eben eine entsprechende Entscheidung für sich treffen kann.

00:36:23: also ich will da gar nicht in die Schiene gehen dass man da Leute jetzt verurteilt dafür und man muss eben informierte Entscheidung treffen.

00:36:30: und diese Information, die muss im Prinzip auch die Bevölkerung erreichen.

00:36:35: Und das ist mir eben ein großes Anliegen!

00:36:37: Du hast es am Anfang schon einmal anklingen lassen als es um das Thema Enstigmatisierung ging, dass häufig gesellschaftlich ja so sucht der krankungen einfach mit einer Willenschwäche oder einem Versagen so gleichgesetzt werden.

00:36:50: So heißt er nicht geschafft jetzt heute haben nichts zu trinken.

00:36:54: Wie nimmst du das wahr?

00:36:57: Eigentlich genau wie du sagst Das Problem ist bei der Suchterkrankung, sie ist ja oft sichtbar und wirkt eben auch ein bisschen störend.

00:37:08: Man kennt das ja wenn man Menschen im Hauptbahnhof zum Beispiel sieht oder in den Kliniken kennt man es ja, wenn jemand intoxikiert hereinkommt.

00:37:15: Das ist etwas was man in der Regel bemerkt nicht immer aber grundsätzlich.

00:37:20: Und letztendlich gibt's da einfach moralische Erklärungen.

00:37:25: Man sagt, der oder die könnt ja einfach aufhören wenn er oder sie wollte.

00:37:31: Aber die ganze Komplexität dahinter also die bereits besprochenen biologischen Faktoren psychologische Faktor wie Trauma oder eben auch soziale Faktorn Die werden dabei total ausgeblendet.

00:37:41: deswegen ist es mir wichtig eben darauf hinzuweisen

00:37:45: Ja Und gleichzeitig ist das vermutlich auch alles nicht ganz schwarz-weiß zu malen.

00:37:52: Also auf eine gewisse Art und Weise Kann der Wille da ja auch einiges verändern, oder?

00:37:58: Genau.

00:37:58: Sonst würde ja auch ich sage mal Therapie gar keinen Sinn machen wenn man gar nichts daran verändern könnte.

00:38:03: Also ganz grundsätzlich muss sagen Suchtverhalten wird hier oft als bewusste Entscheidung missverstatten.

00:38:11: Aber was dabei außer Acht gelassen wird sind eben die neurobiologischen Veränderung Die eine suchterkrankungen gerade wenn sie länger besteht eben mit sich bringt und das wird im öffentlichen Bild kaum berücksichtigt.

00:38:21: Jemand mit einer schweren Abhängigkeitserkrankung hat teilweise nachweisbare Veränderungen im Gehirn.

00:38:27: Und es ist dann einfach schwieriger sozusagen aufzuhören, wenn man in früheren Stadien ist kann man natürlich dann leichter noch dagegen halten.

00:38:34: da also genau wie du sagst Natürlich kann der Wille auch einen Einfluss haben.

00:38:38: Aber es ist ganz falsch zu sagen, dass jemand der trotzdem konsumiert, obwohl er ein Problem hat.

00:38:44: Dass die Person dann einfach selber daran Schuld ist weil eben es zugrunde liegende Ursachen gibt warum es der Person schwer fällt und oft ist das eben schon eine fortgeschrittene Erkrankung.

00:38:53: Was kann denn eine Gesellschaft dagegen tun?

00:38:55: Also was würdest du dir wünschen was sollte sich verändern?

00:38:58: Ist es einfach mehr Aufklärung?

00:39:02: also ich ganz ehrlich da braucht es Ganz, ganz viel Aufklärung.

00:39:06: Also ich merke es auch selber in der Medizin selbst.

00:39:09: Es gibt immer noch eine Stigmatisierung von Suchterkrankungen.

00:39:13: Ich habe ja wie bereits erwähnt in einer Universitätsklinik gearbeitet, wo ich das auch gesehen habe, dass auch innerhalb der anderen Fachabteilung sogar zum Teil innerhalb der Psychiatrie Suchterkrankung eben als Charakterschwäche oder Willenschwäche deklariert werden.

00:39:28: Das heißt da braucht's wirklich große ... und wahrscheinlich länger andauernde Öffentlichkeitsarbeit.

00:39:34: Wir sehen es nämlich auch im Bereich Depression, früher hieß es ja bei Depressiven auch, naja die sind einfach faul, die wollen morgens nicht aufstehen.

00:39:42: Heutzutage hat man ein ganz anderes Bild von einer Depression und sie wird schon deutlich mehr als echte ernst zu nehmende Erkrankung anerkannt.

00:39:50: Und das kam eben auch durch Öffentlichkeit arbeit unter dem man auch gezeigt hat, dass ist eine behandelbare Erkrankung und das hoffe ich mir für die Suchtmedizin natürlich

00:40:01: Ja, in dem Zusammenhang einfach mal noch eine Frage.

00:40:07: Wie häufig ist eine Suchterkrankung denn eigentlich nur ne Botschaft nach dem Motto da stimmt was nicht?

00:40:14: Und letztendlich geht es gar nicht um das Mittel, was man dann konsumiert und auch nicht darum dass man's immer und immer wieder macht sondern Es ist einfach nur ein Zeichen dafür, dass was anderes völlig fehl läuft.

00:40:28: Also bei einer mannifesten Abhängigkeitserkrankungen würde ich sagen immer Also klar, ganz am Anfang in den vielleicht leichten Stadien kann man sagen geht es vielleicht noch um Genuss oder dass man einfach ein bisschen ja immer abschalten will.

00:40:39: Das ist ja noch keine manifeste Erkrankung.

00:40:41: aber bei wirklich einer manifesten Abhängigkeitserkrankungen die wir auch an der Klinik hier behandeln kann man sagt da geht das immer um zugrunde liegende Ursachen und die müssen behandelt werden.

00:40:53: Ich hab in den letzten Tagen mal so ein bisschen nachgedacht und irgendwie so versucht Gespräche nun mal zu recapitulieren, die ich auch über die letzten Jahre mit bekannten hatte.

00:41:00: Und so... ...ich habe das Gefühl – und ich weiß nicht ob du das jetzt irgendwie, ob du es auch so einordnen würdest – ich hab das Gefühl unterschiedliche psychische Erkrankungen haben auch ein unterschiedliches Image.

00:41:12: So wenn wir…wenn ich an so einem Burnout gedacht habe da hört man häufiger Mal Du hast auch wirklich viel gearbeitet.

00:41:19: Es gibt auch andere, die halt sagen wie Quatsch ich muss aufruh aufstehen so.

00:41:24: aber beim Burnout ist es halt häufiger noch mal so dass die Leute sagen ja das war auch einfach zuviel bei Suchterkrankungen da erlebt man sowas nicht sondern es geht halt wirklich dann immer in die Richtung jetzt hör doch auf ich trinkt auch nicht so viel.

00:41:40: was macht das mit den Leuten dieses Narrativ?

00:41:44: Also letztendlich macht das Narrativ oder es führt dazu, dass die Menschen, also die Betroffenen ganz viel Scham selbst Abwertung erleben und sich zurückziehen.

00:41:55: Also viele holen sich tatsächlich deshalb auch keine Hilfe obwohl sie sie eigentlich bräuchten.

00:42:00: Also man kann sagen, dass Stigma wird.

00:42:03: eigentlich zu zusätzlichen Krankheit kann man fast sagen.

00:42:07: Okay ja spannend Was würdest du jemandem sagen, der gerade merkt über meinen Konsum?

00:42:13: Der entgleitet mir so ein bisschen und ich schäme mich mir Hilfe zu holen.

00:42:18: Also letztendlich würde ich sagen dass dieser Moment in dem Du es dir eingestehst schon ja der erste wichtige Schritt ist Dass du nicht allein bist und das professionelle und vertrauliche Hilfe gibt Und dass es auch völlig okay ist Angst zu haben.

00:42:35: aber man diesen Weg eben nicht alleine gehen muss.

00:42:40: Unser Podcast hat so ein Motto, das heißt sinnvoll in jeder Beziehung und du darfst jetzt hier zum Ende dieses Gesprächs diesen Satz einmal mit leben füllen.

00:42:48: Was ist sinnvoll?

00:42:49: In jeder Beziehung wenn wir mal schauen auf eine Beziehungen zwischen einer Ärztin und einem Patient oder einer Patientin.

00:42:56: Also für mich bedeutet dass das letztendlich also grundsätzlich jede beziehung zählt also die zu Patienten und Patienten auch zur Mitarbeitenden zu Angehörigen aber natürlich auch zu mir selbst Wenn eine Behandlung nicht nur Symptome lindert, sondern Menschen hilft ihr Leben wieder als lebenswert zu erleben.

00:43:18: Also in allen ihren Beziehungen und das ist mich sinnvoll.

00:43:22: Wenn

00:43:23: nach dieser Folge ein einziges Vorurteil über Suchterkrankung aus den Köpfen unserer hörenden verschwunden sein sollte?

00:43:30: Welches ist es?

00:43:32: Das Suchtversagen bedeutet stattdessen sucht es eine Erkranking die Behandlungen verdient und bei der eine Genesung möglich.

00:43:42: Dr.

00:43:42: Francesca Borlak, die jüngste Chefärztin Deutschlands arbeitet seit dem ersten Juli an der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen und Psychotherapie in Bonn.

00:43:52: Ich habe gerade nach diesem Gespräch das Gefühl, dass es so erfrischend gut tut über dieses ganze Thema sucht mal frei und auch so zukunftsorientiert... zu sprechen.

00:44:01: Das ist natürlich jedem klar, es geht um Krankheiten und häufig auch in Situationen die sich ändern sollten.

00:44:08: aber auf der anderen Seite gibt's ja auch viel Wissen, viel Expertise, viele zukunftsgerichtete Ansätze wenn ich an diese Feuerabrieren denke um einfach gezielt und nachhaltig zu helfen und da jemand zu haben der dieses Thema mit so einer Hingabe vorantreibt.

00:44:22: das ist toll.

00:44:23: danke Francesca dass du so viel Mut und Energie versprüß.

00:44:26: ich glaube das steckt viele Menschen an und das ist toll.

00:44:29: Vielen Dank für das Gespräch.

00:44:31: Da muss ich sagen, da bin ich sowieso immer beeindruckt wie motivierend die Gästinnen hier bei Seelenarbeit sind.

00:44:37: wenn ihr die letzte Folge noch nicht gehört habt auf jeden Fall mal reinklingen.

00:44:40: Folge Mit Genesungsbegleiter Jens Jötner, der es selbst an Paranoida Schizophrenie erkrankt hat jahrelang damit gelebt und sogar als Rechtsanwalt gearbeitet.

00:44:50: Bevor er sein Leben irgendwann auf links gekrempelt hat seine Job an den Nagel gehängt hat Und jetzt inzwischen als Genesung begleite am LVR Klinikum in Düsseldorf anderen Menschen hilft mit dieser Krankheit umzugehen und damit zu leben.

00:45:03: Richtig beeindruckend!

00:45:04: Am besten direkt im Anschluss reinhören.

00:45:06: und wenn euch Seelenarbeit gefällt dann tut uns doch den Gefallen.

00:45:10: lasst einen Like und ein Follow da, dann wird der Podcast auch von anderen noch schneller gefunden.

00:45:15: Und wir können weiter aufräumen mit den ganzen Vorurteilen rund um die Psychiatrie- und psychische Erkrankungen.

00:45:20: Mehr Infos zum LVR gibt's für euch auch auf den LVRSocials.

00:45:24: Auch da gerne mal vorbeischauen!

00:45:26: Ich bin euer Host Daniel Schwingauer.

00:45:28: Bis zum nächsten Mal.

00:45:28: Tschüss.

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