Folge 9 – Was ist eine Klinikschule?

Shownotes

Als Schulleiter der LVR-Hanns-Dieter-Hüsch-Schule in Viersen erlebt Thomas Gripskamp jeden Tag, wie die Klinikschule für Kinder und Jugendliche während eines Klinikaufenthalts zum Anker werden kann: als Ort der Normalität, der Begegnung und als Brücke zurück in die Heimatschule. In dieser Folge spricht er mit Moderator Daniel Schwingenheuer über die besonderen Herausforderungen und Chancen schulischer Bildung im klinischen Kontext. Thomas Gripskamp gibt Einblicke in die Struktur und Organisation der Klinikschule und macht deutlich, warum Normalität, Humor und tragfähige Beziehungen zentrale Säulen der pädagogischen Arbeit sind.

Im Gespräch geht es unter anderem darum:

  • Was eine Klinikschule ist und welche Rolle sie während eines therapeutischen Aufenthalts einnimmt
  • Wie der Schulalltag konkret aussieht und wie Integration gelingt, wenn Schüler*innen kontinuierlich neu dazukommen
  • Welche Bedeutung Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Heimatschulen hat
  • Welche fachlichen, persönlichen und emotionalen Anforderungen Lehrpersonal an einer Klinikschule mitbringen müssen
  • Welche besondere Wirkung Schulhund Knut im Schulalltag entfalten kann

Diese Folge ist für alle, die wissen wollen, wie Schulbildung bei Kinder und Jugendlichen während eines Klinikaufenthaltes organisiert ist.

**Triggerwarnung: **In diesem Podcast sprechen wir über psychische Erkrankungen. Wenn dich diese Themen belasten könnten, höre bitte achtsam zu und hol dir professionelle Unterstützung, wenn du sie brauchst.

**Tipp: **Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Dienstag im Monat. Jetzt abonnieren – und keine Folge verpassen! Weitere Infos: www.sinnvoll.lvr.de

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Podcast-Empfehlung: In unserem Podcast „RheinlandRAUSCH“ geht es um echte Geschichten von Menschen, die ihren Weg aus der Sucht gegangen sind, um mutmachende Gespräche mit Expert*innen und um hilfreiche Informationen, die dir oder deinen Liebsten den ersten Schritt in Richtung Hilfe erleichtern sollen. Ob du selbst betroffen bist, dir Sorgen um jemanden machst oder einfach mehr über das Thema erfahren möchtest – wir sind hier für dich. RheinlandRAUSCH | Podcast on Spotify

Transkript anzeigen

00:00:00: Beziehung ist ja das A und O in der Arbeit mit unseren Schülerinnen, dass sie da Zutrauen bekommen, dass sie wieder Lust darauf haben, sich das mal anzugucken.

00:00:09: Und dann fangen wir auch klein an.

00:00:10: Also wichtig ist ja, dass wir Erfolgserlebnisse haben.

00:00:12: Viele sind gescheitert, haben total negative Erlebnisse bekommen von ihrem Grund oder weiterführenden Schulen gesagt, ne, du darfst jetzt erst mal eine Woche nicht kommen, du hast Schulverbot.

00:00:22: Das wollen wir alles vermeiden.

00:00:23: Wir wollen Erfolg wieder initiieren und platzieren.

00:00:28: Willkommen bei Seelenarbeit, dem Psychiatrie-Podcast aus dem LVR-Klinikverbund.

00:00:33: Echte Geschichten, ehrliche Einblicke von Menschen, die mit Herz in der Psychiatrie arbeiten.

00:00:38: Unser Ziel, Vorurteile abbauen, Einblicke geben und den Menschen hinter dem Beruf sichtbar machen.

00:00:44: Denn Seelenarbeit beginnt mit echten Geschichten und hier erzählen wir sie.

00:00:55: Heute geht es um eine Frage, über die die allermeisten von euch wahrscheinlich bisher genauso wenig nachgedacht haben wie ich.

00:01:01: Und gleichzeitig ist sie super spannend.

00:01:03: Wie läuft das eigentlich mit der Schulbildung bei Kindern und Jugendlichen während eines Klinikaufenthaltes?

00:01:10: Herzlich willkommen zur neuen Folge Seelenarbeit.

00:01:12: Ich bin Daniel Schwingauer, euer Host.

00:01:14: Und ich habe heute einen Gast, auf den ich mich sehr freue.

00:01:17: Thomas Gribskamp ist Schulleiter der LVR Hans-Dieter-Hüsch-Schule in Fürsen.

00:01:23: Herzlich willkommen.

00:01:24: Hallo, Daniel.

00:01:25: Schön, dass du da sein darf.

00:01:26: Ja, wie lange haben wir jetzt?

00:01:28: Zeit, fünf, vierzig Minuten, dann kommt der Gong und dann bist du weg oder wie?

00:01:30: Ja, wir haben keinen Gong.

00:01:32: Also wir haben eine kleine Sirene zum Ende der Pause, aber sonst haben wir tatsächlich keinen Gong.

00:01:38: Es gab Schulleiter vor mir, die hätten gerne einen gehabt, aber ich finde das eigentlich ganz gut so.

00:01:42: Sprechen wir gleich bestimmt noch mal drüber, bevor wir uns in diesen Klassenraum begeben, einmal die Triggerwarnung für euch.

00:01:48: In dieser Folge geht es um sensible Themen rund um psychische Erkrankungen.

00:01:52: Wenn euch diese Themen belasten, dann hört bitte nur weiter zu, wenn ihr euch aktuell stabil fühlt oder eine Vertrauensperson an eurer Seite ist und ganz wichtig natürlich zögert niemals professionelle Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

00:02:05: Thomas, es ist immer wahnsinnig spannend, wie sich so Leben entwickeln können.

00:02:10: Und wenn man in der Rückschau auf so ein Lebenslauf blickt, dann denkt man manchmal einfach nur, was ist denn da passiert?

00:02:16: Das geht bei dir auch besonders gut.

00:02:18: Du warst Achtung, du warst nach dem Abi fünf Jahre Marineoffizier bei der Bundeswehr.

00:02:23: Und danach hast du dann Sonderpädagogik in Dortmund studiert.

00:02:27: Was ist denn da passiert?

00:02:28: Ja, was ist da passiert?

00:02:30: Ich habe auf meinen Vater gehört, der hat gesagt, werden wir jetzt nicht Sonderpädagoge, wir haben gerade viel zu viele Lehrer, lasst das lieber.

00:02:37: Und das war, dann habe ich gedacht, ja gut, zu dem Zeitpunkt gab es noch dreizehn Monate Gewerpflicht, gehste mal zwei Jahre zur Bundeswehr und dann kannst du immer noch Sonderpädagogik studieren.

00:02:46: Und aus diesen zwei Jahren wurden dann fünf Jahre, weil ich dann versucht habe, Pilot zu werden.

00:02:52: Aber dummerweise wurde mir dann immer schlecht im Fluchtzeug und dann haben wir das gelassen.

00:02:57: Und habe dann meine letzten neun Monate.

00:02:59: bin ich dann noch schnell gefahren im Flensburg als zweiter Wachoffizier, wie man so früher so schön sagte.

00:03:04: Und ich wurde aber auch sehr krank, weil irgendwie mein Gleichgewichtsorgan immer empfügiger wurde.

00:03:10: Und dann war das nach fünf Jahren echt erledigt das Thema.

00:03:13: Und dann kam die Sonderpädagogik in die Ecke.

00:03:15: Spannend.

00:03:16: Vielleicht hat irgendetwas in dir gesagt, das ist es nicht.

00:03:19: Du musst doch auf dich hören und auf das, was du ursprünglich machen wolltest.

00:03:23: Ja, also ich war vorher auch immer viel schon in Jugendarbeit unterwegs.

00:03:26: Mein Vater war Konrektor an einem Kinder- und Jugendheim mit Erziehungsspieler im Jugendlichen.

00:03:31: Und ich habe mich da immer sehr wohl gefühlt.

00:03:34: Und im Grunde genommen war das dann auch genau das Richtige für mich.

00:03:37: Und ja, also wenn ich dann halt irgendwann Nach der Sonderpädagogik, nach dem Studium bin ich dann im Bielefeld erst gelandet, zum Referendariat, hab dann den Oberhausen an einer erziehungsschüligen Schule gearbeitet.

00:03:48: Jetzt heißen sie Kinder mit dem Förderschwerpunkt Emotional und Soziale Entwicklung und bin dann über Gladbach hier an der Klinikschule gelandet.

00:03:57: Spannend.

00:03:58: Wenn du jetzt auf diese fünf Jahre bei der Bundeswehr zurückblicken.

00:04:00: Ja.

00:04:00: Gibt es so Kernkompetenzen, wo du sagen würdest, die habe ich damals gelernt, als Marine-Offizier oder auch einfach generell bei der Bundeswehr, die dir jetzt irgendwie auch noch helfen?

00:04:11: Also zu der Zeit war es wirklich so, dass das ein spannender Querschnitt auch der Gesellschaft war.

00:04:16: Als man da so als junger, neunzehnjähriger Mensch zur Bundeswehr kam.

00:04:21: Wir waren auf einer sechsmann Stube.

00:04:24: Ich weiß noch, dass ich in Flensburg hatte.

00:04:25: Ich ein, der war nachts immer weg.

00:04:27: Ja, war spielsüchtig.

00:04:28: Der ist dann nachts vom Gelände abgehauen und hat irgendwo die Automaten gefittert.

00:04:33: Und dann waren wir noch andere Abiturierenden und das war sehr spannend.

00:04:39: Und gelernt habe ich auf jeden Fall früh auch natürlich als Offizier dann Personalverantwortung, sich für Menschen verantwortlich fühlen.

00:04:46: Und das Spannende bei der Marine war natürlich, wenn der Schiff zur See fährt, dann musst du ja auch gute Leute haben, auf die du dich verlassen kannst.

00:04:55: Und auch wenn das Bild schon sehr alt ist und immer wieder bedient wird und sehr klischierhaft ist, aber eine Schule ist auch wie ein Schiff.

00:05:02: Also wir haben halt keinen Schulleitungsteam, wir haben natürlich einen Schulleitungsteam, aber es heißt immer der Schulleiter, die Schulleiterin.

00:05:09: steht oben vor und ja, so war das bei der Marina auch.

00:05:13: Und ich habe sehr gerne mit meinen Leuten im Abschnitt zusammengearbeitet und jetzt arbeite ich super gerne mit meinem Team zusammen und entwickelt die Schule weiter.

00:05:19: und das waren schon so die ersten Schritte zu dieser Kompetenz hin auch schon zu Bundeswehrzahlen.

00:05:24: Und jetzt stehst du jeden Tag mit deinem Lehrerkollegium und mit den Schülerinnen und Schülern in See quasi.

00:05:31: Ja, genau.

00:05:32: Du bist seit neun Jahren beim LVR.

00:05:34: Damals hat die Schule geschlossen, an der du Wurspor nicht mehr war, war das der initiale Auslöser, dich dann umzuorientieren und zu sagen, ich gucke mal vielleicht auch in Richtung Klinikschule?

00:05:46: Nein, also das war eher ein Zufall.

00:05:49: Also die Schule wurde geschlossen, es gab weniger Leitungsstellen und dann musste natürlich ein Komperektor braucht dann eine neue Aufgabe und dann hatte man mir zwei verschiedene Schulstellen angeboten.

00:05:59: Ich wohne im Nachbarort oder im Nachbarstadtteil von Rüchteln und dann habe ich mir natürlich die Klinik-Schule angeguckt.

00:06:06: Aber ich hatte wie viele andere, die jetzt vielleicht zuhören, auch ganz eigenartige Bilder davon im Kopf, was denn da wohl los ist und bin dann dahin und habe meinen Vorgänger kennengelernt und war relativ schnell mit mir im Reinen, dass das genau der richtige Platz für mich ist jetzt für eine neue Aufgabe.

00:06:23: Und das werden Ostern tatsächlich auch schon zehn Jahre.

00:06:26: Wahnsinn.

00:06:28: Das ist kurze Organisation.

00:06:29: Du bist nicht beim LVR angestellt, obwohl die Schule zum LVR gehört.

00:06:35: Du bist beim Land NRW angestellt, weil es ja eine Schule ist, ne?

00:06:38: Ja, genau.

00:06:38: Also man unterscheidet ja immer zwischen dem Dienstherren und dem Schulträger.

00:06:41: Der LVR ist der Schulträger der Klinikschule.

00:06:44: Es gibt noch eine zweite in Bad Burkau.

00:06:46: Und der LVR hat ja insgesamt einundvierzig Schulen, um die er sich kümmert.

00:06:50: Und da sind wir also ein ganz kleiner Ausschnitt von.

00:06:52: Und die Lehrer sind aber alle Angestellte des Landes.

00:06:55: Und dementsprechend... bin ich halt als verbeamteter Lehrer dann hierhin quasi versetzt worden.

00:07:01: Ja, einundvierzig Klinikschulen?

00:07:04: Nee, einundvierzig Schulen.

00:07:05: Also es gibt zum Beispiel Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.

00:07:10: Die sind alle beim LVR angesiedelt und bei der Partnerorganisation im LWL, die wir in Nordrhein-Westfalen haben.

00:07:16: Das ist für diese Schulen total praktisch.

00:07:18: Es gibt den Nordrhein-Westfalen.

00:07:20: Um die vierzig, vielen vierzig Klinikschulen, die sind bei unterschiedlichen Trägern, aber der LVR ist unser Träger von unserer Schule hier und von der Backbookhauer.

00:07:29: Und das ist auch ganz gut für uns, dass das so ist.

00:07:32: Thomas, wir dürfen eine Sache zum Beginn dieses Podcasts hier nicht vergessen.

00:07:35: Unsere Schnellfragerunde.

00:07:36: Natürlich bekommst du auch die Ehre daran teilzunehmen.

00:07:39: Ihr biet.

00:07:40: Deine Aufgabe so schnell und so kurz wie möglich zu antworten auf die drei Fragen.

00:07:46: Welche drei Eigenschaften braucht man als Lehrer oder Lehrerin an einer Klinikschule?

00:07:53: Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und gute Fachlichkeit.

00:07:59: Was ist die häufigste Frage, die dir Menschen stellen, wenn sie hören, dass du beruflich Schulleiter in der Klinikschule bist?

00:08:05: Was ist denn die Klinikschule?

00:08:08: Also... Die wenigsten gucken, ja, fragende Gesichter.

00:08:13: Wenn deine Kolleginnen dich in drei Worten beschreiben würden, welche wären das?

00:08:18: Verlässlich, lösungsorientiert, humorvoll.

00:08:23: Thomas, wir starten rein hier, richtig ins Gespräch.

00:08:26: Was ist deine Klinikschule?

00:08:29: Eine Klinikschule ist eine Schule... die angegliedert ist an eine Kinder- und Jugendpsychiatrie oder auch an einer Krankenhaus.

00:08:37: und die Kinder, die für vier Wochen nicht in ihre Stammschulen oder Heimatschulen gehen können, kommen zu uns.

00:08:44: Und werden bei uns für die Dauer ihres klinischen Aufenthaltes schulisch pädagogisch betreut.

00:08:52: Die Schule, an der du arbeitest, ist benannt nach Hans-Dieter Hüsch.

00:08:55: Das war ein Kabarettist und Schriftsteller aus Mörs.

00:08:58: Wie passt das zusammen, dass der jetzt Namensgeber für diese Schule ist?

00:09:02: Also das hatte den Grund, dass Hans-Dieter Hüsch selber Patient war in der rheinischen Orthopädie.

00:09:09: Der hatte Probleme mit den Füßen.

00:09:13: Und als es dann vor fünfzehn, sechszehn, siebzehn, achtzehn Jahren, ich habe keine Ahnung, dazu kam, einen richtigen Namen zu suchen, nicht Rheinische Schule für Kranke oder da hat man damals gesagt, Hans-Dieter Hüsch passt doch super, weil der war hier mal Patient.

00:09:31: Und der Hans-Dieter Wischert einfach tolle Texte geschrieben, die auch gut zu dem besonderen Bedingungsfeld einer Klinikschule passen.

00:09:37: Wie zum Beispiel ein Gedicht, ich seh'n für dich verrückten, seitlich umgeknitten und so weiter und so weiter.

00:09:43: Das ist einfach real.

00:09:44: Das haben wir auch immer wieder steht auch in unserem Flyer, weil's einfach passt.

00:09:49: Also der hat sich immer um die Schwächeren und um die, die man nicht so im Blick hat gekümmert und teilweise auch sehr schön die Menschen beschrieben.

00:09:57: Von daher ist das eine tolle Wahl für unsere Schule und für unseren Schulnamen.

00:10:01: Ich habe in der Vorbereitung so gedacht, dass ich es toll finde, dass er halt auch Kabarettist war, dass es ums Lachen ging bei ihm und dass man das ja auf so einer Meterebene dann auch mit rein nimmt in so eine Schule.

00:10:12: Ja, Humor ist ganz wichtig.

00:10:14: Also wenn wir hier alle den ganzen Tag so verstockt werden und nicht auch mit viel Freude und mit viel Begeisterung bei der Arbeit werden, dann könnten wir den Job nicht so gut machen, wie wir den machen können.

00:10:25: Und wir bieten ja auch dann den Kindern nochmal wieder einen anderen Entwurf.

00:10:30: Die sind ja eh schon alle in ausgesprochen besonderen Situationen.

00:10:33: Und das muss man nicht alles so verstockt und so steif sehen.

00:10:38: Da muss auch Freude rein und Lust am Lernen wiederkommen.

00:10:42: Und dafür ist Hans-Dieterfisch einfach gut.

00:10:46: Und jede, die gerade zuhören, haben vielleicht gerade schon mal in den Gedanken gekramt, wie das so bei Sicht damals in der Schule war, wie das so alles gelaufen ist, wie die Gänge aussehen, wie die Schule organisiert war, unsere... Funktioniert so eine Klinikschule.

00:10:58: Wir haben vorhin schon gehört, es gibt keinen Gong.

00:11:00: Funktioniert sie ansonsten relativ ähnlich zu der klassischen Schule, nenn ich es jetzt mal, zu einer Heimatschule, zu einer normalen Schule.

00:11:09: Ja, natürlich sagen wir alle, wir sind natürlich eine richtige Schule, deswegen hatten wir auch ein hohes Interesse daran, uns vorstellen zu können, weil viele bei Klinikschule keine Idee haben.

00:11:19: Und wenn, dann meinen sie, ja, da sind ja alles nur kranke oder man geht ans Bett.

00:11:23: Und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, jetzt gerade hier in Viersen, wir sind halt, es ist halt ein Riesensystem und wir haben einfach richtige Klassenräume, wo die Kinder auch in Jahrgangsstufen dann in die Schule kommen jeden Morgen.

00:11:37: Das findet um acht Uhr los und hört um zwölf oder fünf auf, weil sie dann zurück auf die Station müssen.

00:11:42: Natürlich gibt es andere Klinikschulen, da hast du wirklich klassisch auch den Lehrer am Bett.

00:11:46: Aber bei uns gibt es Klassenräume.

00:11:49: Wir haben eine Tourenhalle, wir haben riesigen Schulhof, wir haben einen Kunstraum, wir haben Musikraum, wir haben eine tolle Küche.

00:11:55: Ja, das ist eine richtige Schule, was wir hier sind.

00:11:59: Ich glaube, viele können sich gar nicht vorstellen, wie viele Kinder und Jugendliche denn jetzt tatsächlich bei euch sind.

00:12:04: Wenn du das so sagst, sie sind in Jahrgangsstufen organisiert, wenn ich darüber nachdenke, wie viele Kinder und Jugendliche damals bei mir nötig waren, um verschiedene Jahrgangsstufen hinzubekommen, das sind schon viele.

00:12:15: Ja, es ist auch eine Riesenschule eigentlich für eine Klinikschule.

00:12:18: Also die Kinder und Jugendliche, die hier sind, ist mit einer der größten Deutschlandweit.

00:12:24: Und ich verweise immer darauf, weil ja letzten Endes, wenn die Klinik nicht aufnehmen würde, wären sie nicht unsere Schüler.

00:12:29: Aber dadurch, dass die Klinik halt diese Kinder behandelt, kommen sie zu uns und wir kommen rechnerisch im Schnitt, sind am Tag hundert und neunzig Kinder in der Schule.

00:12:39: Und das ist groß.

00:12:40: Also, es gibt viele Klinikschulen, die sind kleiner.

00:12:43: Ich hab fast vierzig Kollegen hier rumwuseln.

00:12:45: Das ist ein Riesensystem.

00:12:47: Und dann kann man auch bei zwei Hundert Kindern kannst du auch Klassen bilden.

00:12:51: Zwarhundert Kinder am Tag, da kommen wir jetzt zum großen Unterschied.

00:12:53: Es sind natürlich nicht immer die gleichen Kinder.

00:12:56: Genau.

00:12:56: Es wechselt.

00:12:58: Es wechselt.

00:12:59: Im Wunderung kommt jeden Tag irgendwo ein Kind neu dazu.

00:13:02: Ein anderes wird entlassen, freut sich wieder nach Hause gehen zu können.

00:13:06: Wir haben dann auch noch vier tagesklinische Standorte an den Städten rund um die Klinik herum.

00:13:14: Da sind sie dann ambulant.

00:13:15: Da kommen sie morgens und fahren dann aber damit das wieder mit dem Taxi nach Hause.

00:13:20: Aber hier ist es wirklich im Haupthaus.

00:13:22: Hast du wirklich jeden Tag kommt jemand und jemand anders geht.

00:13:27: Das wirft ja total viele Fragen auf, weil jedes Kind ja total individuell ist und wenn dann Ein Kind neu dazukommt, muss es ja erst mal irgendwie integriert werden in so einen Klassenzusammenhalt.

00:13:39: Wie macht man das?

00:13:40: Wie geht man das an?

00:13:42: Ja, das ist die besondere Herausforderung.

00:13:44: Also jedes Kind, was über die Klinik angemeldet wird, da informieren wir erst mal die Schule.

00:13:49: Der ist jetzt bei uns.

00:13:50: Ihr müsst euch um die Schulpflicht nicht mehr kümmern.

00:13:51: Und wenn ihr Materialien habt, von denen ihr möchtet, dass der Schüler, die Schülerinnen, die bei uns bearbeitet, dann schickt uns die Bitte.

00:13:59: Ansonsten sind wir natürlich auch, haben wir uns ein bisschen fokussiert auf die Stoffverteilung für eine Gesamtschule und haben da einen eigenen Lehrplan entwickelt, von der ersten bis zur Berufsschulklasse, um Inhalte vorbereitet zu haben.

00:14:12: Aber viele Kinder kommen natürlich auch mit ihren iPads mittlerweile und sagen, ja, ich habe da auf der Lernplattform ein paar Materialien, mit denen müsste ich arbeiten und dann guckt man halt, was gerade geht an dem Tag und dann fangen die an.

00:14:25: Und es kommt also in Klassen auch dann vor, dass sie einen bestimmten Momenten alle an anderen Themen arbeiten.

00:14:32: Also vielleicht alle in Mathe, aber sie haben alle unterschiedliche Bücher und vielleicht auch gar ein unterschiedliches Aufgabenfeld an dem sie dran sind.

00:14:41: Würdest du sagen, dass man da als Lehrer oder Lehrerin viel flexibler sein muss, wenn man nicht selbst vorgeben kann, woran jetzt gearbeitet wird, sondern sich auf das einstellen muss, was die Kinder mitbringen?

00:14:51: Also beides.

00:14:52: Wir haben natürlich nur eine hohe Flexibilität mitbringen, weil jeden Tag die Kinder mit anderen Inhalten an dich herantreten und sagen, kannst du mir mal helfen bei dem Thema oder bei dem Thema?

00:15:02: Wir haben aber auch ganz bewusst Zeiten, wo wir sagen, da machen wir was mit einer Gruppe gemeinsam, weil man sonst als Lehrer sich auch so ein bisschen darin verliert und vielleicht das Gefühl hat, man ist gar keinen Anführungsstrichen, richtiger Lehrer.

00:15:14: Das war gerade zu dieser Corona-Zeiten ausgesprochen schwieriges Problem.

00:15:19: weil wir dann ganz viel von den Heimatschulen bekamen und die Kollegen das Gefühl hatten, ich kann gar keine eigenen Inhalte mehr platzieren, weil ich nur mich darum kümmern muss, dass die Kinder an den Stoffen weiterarbeiten können, weil sie das auch mal vehement eingefordert haben.

00:15:33: Das ist jetzt, Gott sei Dank, wieder anders.

00:15:36: Und wir bieten halt auch so Fächerübergreifend Angebote an.

00:15:40: Wir nennen das Wahrpflichtsunterricht zweimal in der Woche.

00:15:42: Das fängt mit Fischertechnik bei mir.

00:15:45: an und hört mit Nähen auf und Sport.

00:15:47: Und da mischen wir die ganze Schule.

00:15:49: Jeder kann frei wählen, wo er Lust zu hat.

00:15:53: Und da hat man dann auch eine ganz mutere spannende Lerngruppe, mit der man dann an einem, was die Schüler selbst gewählten, Thema haben, erarbeitet.

00:16:02: Ja.

00:16:03: Das ist vielleicht eine ganz banale Frage, aber trotzdem möchte ich es dir einmal stellen.

00:16:07: Warum braucht es eine Klinikschule?

00:16:10: Also Klinikschule steht... In dieser ganzen besonderen Lebenssituation, die du hast, wenn du als kranker Mensch hier in einer entsprechenden Behandlung bist, stehen wir für Normalität.

00:16:24: Wir sind der Ort, wo sich Stationen mischen.

00:16:27: Wir sind der Ort, wo man auch weiß, wie es funktioniert, weil jeder war schon mal in Schule.

00:16:33: Wie es auf einer Station läuft, ist ja teilweise für die Kinder am Anfang erstmal ganz neu.

00:16:38: Und vor allen Dingen können sie, wenn sie dann von der Station zu uns kommen, Sehen sie auch mal andere Gesichter, also nicht nur die von ihrer jeweiligen Station.

00:16:45: Ich glaube, wir haben hier vierzehn Stationen, die zu uns kommen, die Kinder.

00:16:49: Und hier mischen sie sich.

00:16:50: Und das ist halt für Normalität und für, ich glaube, auch für Gesundwerden ganz wichtig, dass es da so einen Ankerpunkt gibt.

00:16:57: Das kenne ich, da kann ich mich draufhaben, da weiß ich, was man von mir erwartet.

00:17:01: Da gehe ich gerne hin.

00:17:02: Ja, da sind wir jetzt im Prinzip schon... bei den Funktionen, die diese Schule halt ausübt.

00:17:08: Es gibt, kann ich mir vorstellen, so ein übergeordnetes Ziel dieser Schule, was zum einen halt die Normalität ist, zum anderen wahrscheinlich auch, dass die Kinder nach der Behandlung vergleichsweise reibungslos wieder in ihre Heimatschule gehen können.

00:17:22: Oder wie würdest du das beschreiben?

00:17:24: Was ist das übergeordnete Ziel dieser Klinikschule?

00:17:26: Ja, also das eine ist natürlich während der Therapie auch für Normalität zu stehen und für Dinge, die noch abseits von diesen ganzen Dingen, mit denen man sich beschäftigen muss, machen darf.

00:17:39: und natürlich müssen wir versuchen, wir Anschlussfähigkeit wieder herzustellen, dass das, was man hier lernt und dass man das wieder mitnimmt und nicht so derjenige ist, der jetzt zwei Monate nicht da war oder drei Monate und dann plötzlich wieder nicht mehr weiß, wie es denn weitergeht und damit es für den auch in der Schule reibungsloser funktioniert, das ist einer unserer Hauptaufgabenfelder.

00:18:05: ist es ja so, dass die Kinder zu euch kommen und sowieso in einer absoluten Ausnahmesituation sind.

00:18:13: Wie fangt ihr die auf, dass sie eben in diese Normalität reinkommen und überhaupt offen sind, um zu lernen?

00:18:23: Also die Kinder freuen sich, glaube ich, in den meisten Fällen sehr auf Schule.

00:18:27: Natürlich haben wir auch Kinder mit dem, die sagen, ich war vorher nie in der Schule, Schulabstand ist das mittlerweile ein riesen Thema, die wir erstmal wieder dafür gewinnen müssen.

00:18:35: Da ist es teilweise so, dass die Kollegen erstmal auf die Station gehen, um den Schüler kennenzulernen, damit er sieht, ach, das ist die Person, Beziehung ist ja das A und O in der Arbeit mit unseren Schülerinnen.

00:18:47: dass sie da Zutrauen bekommen, dass sie wieder Lust darauf haben, sich das mal anzugucken.

00:18:51: Und dann fangen wir auch klein an.

00:18:52: Also wichtig ist ja, dass wir Erfolgserlebnisse haben.

00:18:55: Viele sind gescheitert, haben total negative Erlebnisse, bekommen von ihrem Grund oder weiterführen in den Schulen gesagt, ne, du darfst jetzt erst mal eine Woche nicht kommen, du hast Schulverbot.

00:19:04: Das wollen wir alles vermeiden.

00:19:05: Wir wollen Erfolg wieder initiieren und platzieren in Verbindung mit der Therapie und den therapeutischen und Angeboten.

00:19:15: zu sagen, Schule ist auch was Schöne.

00:19:17: Schule macht Spaß.

00:19:18: Hier kannst du was lernen.

00:19:20: Wir sind für dich da.

00:19:20: Wir hören dir zu.

00:19:23: Darüber gelingt das.

00:19:25: Und ich sage immer, diese ganze Klinik, das ist auch ein bisschen auch Landschulheimaufenthaltssituation.

00:19:30: Dann, wenn die sich erst mal eingefunden haben.

00:19:32: Und die öffnen sich ausgesprochen schnell und erzählen dann viel von ihren Problemen.

00:19:36: Und sie treffen hier nur auf Lehrer, die Lust darauf haben, sich mit ihnen zu beschäftigen, die Lust haben, ihnen zuzuhören, die Lust haben.

00:19:44: Lösungen für die Probleme zu finden, die sie vielleicht im schulischen Bereich haben.

00:19:48: Und das zeichnet uns dann einfach aus.

00:19:51: Ja, ich stelle mir jetzt konkret die Frage.

00:19:54: Da ist ein Kind, das ist in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie bekommen, weil es eine Erkrankung hat.

00:20:00: Punkt eins, der sich total geändert hat im Leben.

00:20:02: Dann hat dieses Kind bisher in der bisherigen Schule nur erfahren, Ablehnung und du machst nicht mit.

00:20:08: Du bist kein guter Schüler, keine gute Schülerin.

00:20:10: Das Kind verbindet mit Schule nur was Schlimmes.

00:20:13: Und diese Kinder, die werden dann mehr oder weniger von jetzt auf gleich bei euch in die Klassen kommen oder zu eurer Schule kommen.

00:20:23: Und das heißt ja, ihr habt zwei riesengroße Felder, die ihr beackern müsst.

00:20:27: Zum einen müsst ihr ja irgendwie mit auffangen, was da mit der psychischen Erkrankung passiert.

00:20:31: Zum anderen müsst ihr ja das grundlegende Verständnis der Kinder von Schule verändern.

00:20:37: Was sind da eure Tools?

00:20:38: Wie macht ihr das?

00:20:40: Also... Ein wesentliches Tun ist sicherlich, dass wir personell gut ausgestattet sind.

00:20:46: Wir sind genauso ausgestattet wie zum Beispiel eine Förderschule für körperliche und motorische Entwicklungen.

00:20:51: Das heißt, wir im Schnitt kommen auf sechs Schüler ein Lehrer.

00:20:55: Also dann sind es vielleicht auch mal acht.

00:20:57: Aber das mit einem guten Personalschlüssel arbeiten wir.

00:21:01: Wir haben FSJ und wie gesagt, wir versuchen halt, über die Angebote und über dieses Beziehungsangebot, was sie bekommen, sie einfach auch wieder für Schule zu interessieren.

00:21:11: Beziehung ist das A und O. Und das ist eines der wesentlichen Tools.

00:21:15: Und dann fragen wir natürlich auch, worauf hast du denn Lust?

00:21:18: Also ich meine, das ist ja auch eine Situation, die man so als Schüler erst mal nicht kennt, dass man befragt wird, womit möchtest du dich denn gerade beschäftigen?

00:21:25: Aber so kriegen wir einen Fuß in die Tür.

00:21:28: Und dann können wir auch im Laufe des Aufenthalts in Verbindung mit den ganzen anderen begleitenden Maßnahmen, denn wir sind ja die Pädagogen und die Lehrer, die merken wir dann auch, wie die Kinder sich immer weiter öffnen, sie merken, dass das gar nicht so schlimm ist, dann wird es positiv besetzt und dadurch entwickelt sich so ein Momentum, was sie auch wieder bereit macht für schulisches Lernen.

00:21:48: Also ich sehe das oft bei mir auch jetzt banal, aber wenn du anderthalb Stunden in Fischertechnik bei mir ein Modell baust, Dann hast du dir das einmal selber ausgewählt, du bist aber trotzdem in der Schule und du siehst, dass du vorankommst.

00:22:01: Und wenn du Probleme hast, dann kriegst du Hilfe.

00:22:04: Das zeichnet uns einfach dann aus.

00:22:06: Und bei den Inhalten gucken wir natürlich auch sehr genau, ist das vielleicht viel zu schwer gewesen, was der gemacht hat.

00:22:12: Also ein Schüler der in der dritten Klasse ist, wo wir dann aber feststellen, der ist noch gar nicht so weit inhaltlich.

00:22:18: Da werden natürlich auch die Anforderungen wieder reduziert.

00:22:21: Und dann versuchst du über kleine Erfolgserlebnisse, sie immer mehr, auch wieder für Schule zu interessieren.

00:22:27: Machst ein tolles Beziehungsangebot und damit kriegen wir sie in der Regel gut eingefangen.

00:22:32: Ja, was macht das emotional mit einem Lehrer wie dir oder einer Lehrerin, wenn man dann so merkt, oh das Kind öffnet sich, pö apö, immer weiter?

00:22:42: Ist das toll, oder?

00:22:44: Ja, das sind halt so die kleinen Highlights, du brauchst.

00:22:47: Also das ist natürlich im Primarstufenbereich auch nochmal deutlich spannender zu sehen, wie die sich plötzlich wieder, die sind ja total dankbar.

00:22:54: Also ich frag mich ja immer, wie wir das schaffen, dass ich, wenn ich im Sommer diese begeisterten Erstklässlerbilder sehe, wo die alle stolz mit ihren Schultüten stehen, die strahlen dich alle an, die sind alle total stolz darauf, in die Schule zu kommen.

00:23:09: Und ein Jahr später... Zwei Jahre später haben wir dann hier so kleine Wracks schon sitzen, wo ich denke, was ist denn da passiert?

00:23:17: Was haben die denn mit den Kindern gemacht, dass die jetzt so frustriert sind, wo die doch alle mit solchen leuchtenden Augen in die Schule gegangen sind?

00:23:25: Und da wollen wir wieder hin, das Leuchten wiederzukriegen.

00:23:28: Das ist bei den Kleinen gelingt uns das auch oft und wenn die dann gehen, dann kriegen die eine warme Dusche und dann erzählt jeder, was toll ist.

00:23:36: Und dadurch, dass sie natürlich auch alle wissen, dass sie mit einem bestimmten Problem hier sind, denen die auch teilweise aufeinander rücksicht.

00:23:44: Also, wenn dann einer mal völlig ausrastet und gerade nicht weiß, was er machen soll und wir müssen die Station bitten, uns zu unterstützen, dann bleiben die anderen auch in der Regel erstmal ruhig, teilweise sind es natürlich auch geschockt, aber der kommt am nächsten Tag wieder und dann geht es weiter.

00:24:02: Das ist also im Primarstufenbereich wirklich ausgesprochen spannend.

00:24:05: Es wird natürlich eine echte Herausforderung, wenn wir jetzt in die höheren Klassen gehen.

00:24:08: Also wenn wir uns eine neunte Klasse angucken, da ändern sich dann auch die Krankheitsbilder.

00:24:13: Wir haben dann viel mit Essstörungen und mit Depression zu tun.

00:24:17: Da ist es für die Kolleginnen eine echte Herausforderung, wenn du in so eine Klasse kommst und da sitzen acht, neun depressive Menschen.

00:24:25: Die saugen dir so die Energie weg.

00:24:28: Da sind dann zwanzig Minuten im Lehrerzimmer wichtig, um auch mal wieder zu lachen, ein Kaffee zu trinken und den Blick wieder gerade zu kriegen.

00:24:37: Ja.

00:24:38: Ja.

00:24:40: Ist es eben genau diese Normalität, also dass diese ganzen Krankheiten zur Normalität werden, die das ganze System funktionieren lassen?

00:24:49: Also hier darf jeder so sein, wie er ist.

00:24:53: Und er ist hier, weil er ein Problem hat, an dem gearbeitet wird, weil er eine Diagnose hat, weil er krank ist in irgendeiner Form.

00:25:01: Und wir sind als Pädagogen gefordert, natürlich für Normalität zu stehen.

00:25:05: Und da ist es auch ganz egal, wie die hier kommen.

00:25:08: Wir freuen uns über jeden, der jeden Tag durch unsere Tür kommt.

00:25:11: Wir sind freundlich, höflich, zugewandt und versuchen, gemeinsame neue Perspektive zu entwickeln.

00:25:16: Und das ist definitiv, also viele klüpfen hier tatsächlich auch Freundschaften, weil sie Menschen treffen.

00:25:24: die in gleichen Situationen sind.

00:25:26: Das hast du in einem Gesamtschulsystem, bist du vielleicht der totale Nerd und der komische Vogel und bei uns darfst du sein, bist da, du wirst behandelt und bei uns bekommst du dann noch das, was du brauchst, um vielleicht auch erfolgreich danach die nächsten Schritte gehen zu können.

00:25:42: Weißt du, wenn ich dir jetzt so zuhöre, dann habe ich das Gefühl, eigentlich sollte es überall zu sein.

00:25:46: Ja, ja, klar, natürlich.

00:25:50: Das war meine ursprüngliche Motivation, mal irgendwann Sonderpädagog zu werden, weil ich wusste, dass in diesen Systemen kannst du mit besonderen Tools arbeiten.

00:25:58: Du kannst die Beziehung sehr intensiv arbeiten.

00:26:03: Es geht um Erzieher sein.

00:26:04: Es geht nicht nur darum, Deutsch-Lehrer zu sein oder Griechisch-Lehrer oder Latein-Lehrer.

00:26:09: Das spielt natürlich auch eine Rolle.

00:26:11: Aber wenn du den Menschen aus dem Blick verlierst und dich nur auf das Fach konzentrierst, dann wird es einfach dünn.

00:26:18: Ich glaube, dass das heutzutage einfach auch ein Problem ist, wobei natürlich dazu kommt noch, dass wir einfach insgesamt zu wenig Lehrer haben und dass immer mehr von diesen gesamtgesellschaftlichen Verantwortlichkeiten einfach auch von Schule repariert werden sollen.

00:26:30: Und das gelingt natürlich nicht.

00:26:33: Aber so wie wir hier arbeiten dürfen, das ist schon toll bei allen Herausforderungen, die es hat.

00:26:37: Klar.

00:26:38: Wie lange sind die Kinder im Schnitt bei euch?

00:26:41: Ja, also im Schnitt zwölf Wochen.

00:26:43: Das ist so die... Also es gibt Unterschiede, weil wir halt auch unterschiedliche, weil die Klinik halt unterschiedliche Angebote macht.

00:26:50: Jemand, der irgendwie mit mit mit sechszehn oder mit fünfzehn hier einen Drogenentzug macht, der bleibt natürlich nicht so lange wie jemand, der an einer massiven Essstörung arbeiten muss, um das in den Griff zu kriegen.

00:27:04: Aber grundsätzlich sagt man so ungefähr zwölf Wochen, die gezahlt.

00:27:09: Das ist aber für Kinder auch schwierig, dann nach zwölf Wochen, in denen man so aktive Unterstützung erfahren hat, einfach wieder gehen zu müssen.

00:27:18: Ja, ja, das stimmt.

00:27:20: Sie haben natürlich immer noch Kontakt zu ihren Familien, weil sie samstags abgeholt werden.

00:27:24: Dann haben sie eine Nacht zu Hause in den Systemen.

00:27:27: viele und viele versuchen, möchten an Lübsten auch bei uns bleiben.

00:27:32: Da ist es manchmal auch schwierig.

00:27:34: Das sieht man dann in diesen ganzen Abschiedsbüchern, die in den Klassen liegen.

00:27:38: wie dankbar die Schülerinnen sind, bei uns gewesen sein zu dürfen.

00:27:43: Manche kommen leider auch wieder.

00:27:45: Das ist natürlich so.

00:27:47: Aber da versuchen wir natürlich auch, über ein gutes Übergabemenagement, über Rundetische mit den Heimatschulen, den Eltern.

00:27:54: Das, was etabliert worden ist, natürlich auch wieder in den Alltag zu tragen.

00:27:59: Weil es ist schon was Besonderes hier und das kann nicht die Regel sein.

00:28:05: Wie intensiv steht ihr mit den Heimatschulen in Kontakt?

00:28:09: Das ist unterschiedlich.

00:28:10: Also das ist nicht einfach daran.

00:28:11: Ich habe ja eben gesagt, wir haben so einen Rechner gestimmt, es sind hundertfünfundneinzig Kinder.

00:28:16: Das bedeutet bei uns, dass zum Beispiel im letzten Jahr um die eintausend einhundertfünfzig Kinder durch die Schule gelaufen sind.

00:28:22: Aber wir machen natürlich nicht mit eintausend anhundertfünfzig Schulen Gespräche.

00:28:26: Das würden wir nicht schaffen.

00:28:27: Aber wir schreiben... Berichte, wir versuchen das, was gut gelaufen ist, den Heimatschulen mitzutalen.

00:28:33: Wir sind immer offen für Rundetische, für den Abgleich.

00:28:37: Was tut dem Kind gut?

00:28:39: Was sollte man vielleicht erst mal noch lassen?

00:28:41: Muss man vielleicht darüber nachdenken, nochmal ein sonderpädagogisches Gutachten zu schreiben, damit das Kind nochmal eine andere Form der Unterstützung bekommt.

00:28:51: Kommunikation ist... ist da wieder das A und O. Und wir sind da total offen, aber wir kriegen halt auch nicht immer alle an einen Tisch.

00:28:58: Das ist halt auch schwierig.

00:28:59: Und letzten Endes sind wir halt auch, stehen wir da immer so ein bisschen hinten an.

00:29:05: Die Therapeuten sind sehr intensiv im Austausch.

00:29:08: Es gibt Sozialarbeiter der Klinik, die mit den Schulen arbeiten.

00:29:12: Wenn die uns dazu haben wollen, dann sind wir dabei.

00:29:15: Aber da passiert halt sehr viel noch außerhalb von unserem Einflussbereich.

00:29:19: Das ist einfach so.

00:29:21: in dieser Klinik.

00:29:22: Weil ja letzten Endes maßgeblich für den Besuch ist ja, dass es eine Diagnose gibt und dass das Kind stationär behandelt werden muss.

00:29:30: Ja, wenn ihr da dann Briefe schreibt, den Schulen, was mitgebt, was ihr erarbeitet habt, was ihr vielleicht gelernt habt über das Kind und so.

00:29:37: Hast du das Gefühl, da gibt es ein offenes Ohr, dass die Schulen das annehmen und sagen, Gott sei Dank hat mal jemand Zeit gehabt, sich darum zu kümmern und uns ein Schlüssel zu geben, wie wir mit dem Kind umgehen können?

00:29:47: Oder ist es eher so, warum geht das denn bei euch und bei uns nicht?

00:29:50: unterschiedlich unterschiedlich also.

00:29:52: wir haben schulen mit den sehr wir in einem sehr guten kontakt stehen wo man auch sagen kann die verstehen warum es ja anders ist und das ist natürlich auch nicht immer eins zu eins übertragbar ist.

00:30:02: aber mit der mit einer nötigen pädagogischen kreativität sage ich mal krieg man natürlich auch in anderen systemen lösungen gestrickt wenn man das denn möchte für das kind.

00:30:10: und dann gibt es aber auch schulen die sagen ihr seid überhaupt keine richtige schule was ihr da macht das ist ja Das entspricht ja nicht unserem Standard, den wir als Gymnasium jetzt haben.

00:30:21: Da arbeiten wir immer dran.

00:30:23: Deswegen sprechen wir heute auch miteinander, um einfach unsere Basis zu verbreitern.

00:30:28: Die Kenntnis über diese besondere Schulform und ihre besondere Funktion.

00:30:34: Weil das Kind kann nur weiter genießen, wenn es auch im Anschluss daran entsprechend berücksichtigt wird in seinem neuen Umfeld.

00:30:43: dass man über Nachteilsausgleichen nachdenkt.

00:30:45: Was können wir den Kindern in unserer Schule anbieten, damit es mit seinem Problem, mit seiner Diagnose trotzdem erfolgreich arbeiten kann?

00:30:54: Ja.

00:30:55: Gehen wir mal auf die andere Seite zur Klinik.

00:30:58: Wie wichtig ist es für euch, genau zu wissen, welche Krankheit das Kind hat?

00:31:03: Oder ist es vielleicht auch einfach gar nicht wichtig, weil in der Klinik Schule die Krankheit nicht ganz vorne steht?

00:31:08: Also die Diagnose... Die müssen wir nicht immer zwingend wissen.

00:31:12: Die hilft natürlich in der Arbeit.

00:31:14: Aber letzten Endes, das Kind kommt zu uns, weil es halt hier auf der Station behandelt wird.

00:31:21: Und wir kümmern uns darum, dass es dann trotzdem erfolgreich in Schule wieder arbeiten kann.

00:31:26: Und dass es auch erfolgreich wieder nach Schule zurückkommt.

00:31:29: Und das gibt auch durchaus ... Und die Diagnose ist auch für uns und unsere Berichterstattung völlig tabu.

00:31:34: Also der Patientenschutz, der Landenschutz, der steht ja ganz, ganz oben.

00:31:38: dass das höchstegut überhaupt und da achten wir auch tunlichst darauf, dass wir nur über pädagogische Inhalte berichten.

00:31:45: Und wenn wir keine Diagnose bekommen, dann ist das halt so.

00:31:49: Wenn wir sie wissen, dann kann das helfen, weil man natürlich mit einem depressiven Kind arbeitet, ist du anders oder mit einem depressiven Jugendklingel als jetzt mit einem essgestörten Mädchen.

00:31:58: Also wir haben gerade bei Essstörungen ist es oft so, dass wir von der von der Station erst mal gesagt bekommen, ja, der ist halt jetzt bei uns.

00:32:07: kann aber noch nicht kommen, hat noch nicht das entsprechende Schulgewicht.

00:32:11: Die müssen dann erstmal das Schulgewicht erreichen, um dann auch wieder Schule besuchen zu können.

00:32:19: Und da ist es oft so, weil das hochdisziplinierte Menschen sind, die sehr ehrgeizig an diesem Ziel arbeiten, im Zuge ihrer Störung dann auch das Gewicht zu reduzieren, dass wir dann sagen, jetzt wird erstmal gar nicht gearbeitet mit Schule.

00:32:36: Sie sind so leistungsorientiert, dass wir sagen, nö.

00:32:39: Und wenn wir dann von Dunasium auch noch bergeweise Papiere und Unterlagen bekommen, dann sagen wir den Stock.

00:32:44: Wir ziehen jetzt hier den Stecker und tun mal heute mal ein Mandala.

00:32:51: Und da sind Diagnosen dann schon wichtig, aber sie sind nicht das Arm.

00:32:57: Welche fachlichen Fähigkeiten muss ein Lehrer oder eine Lehrerin mitbringen bei euch an der Schule?

00:33:02: Wenn ich das alles so höre, da sind ja viele... Individer eine Entscheidung nötig, muss, glaube ich, auch für Verantwortung übernehmen für eine Entscheidung, wenn ich jetzt sage, nee, du machst jetzt einfach mal eine Woche keine Schule.

00:33:14: Das trägt man ja dann auf seinen eigenen Schultern.

00:33:16: Das kann man ja nicht, weil man jetzt in Anführungsstrichen ein klassisches Schulstudium absolviert hat.

00:33:23: Nein, also natürlich musst du dich auch mit Fächern beschäftigen, die du vielleicht nicht originär studiert hast.

00:33:29: weil einfach in deiner Klasse Hasse ist.

00:33:31: Wir haben ja in der Regel sind es zwei Kollegen, die zusammenarbeiten und die sind natürlich dann für die ganzen Bereiche zuständig.

00:33:37: Und die müssen eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit haben, weil du ständig mit anderen Partnern in den Austausch über die Kinder gehst.

00:33:47: Die müssen Bescheid wissen über die Unterschiedlichkeiten der verschiedenen Schulformen.

00:33:51: Die müssen eine Idee davon haben, wie die Schule auf beim Weitergehen kann.

00:33:56: Sie müssen gute Berichte schreiben können, damit auch plastisch wird, was denn die Heimatschule jetzt mit dem Kind weitermachen kann.

00:34:03: Da schaufelt man sich so im Laufe der Zeit drauf.

00:34:07: Also ich glaube, wichtig ist auch, dass du eine sehr gute Selbstfürsorge hast, dass du bei dir selber auch bist, dass du dich kennst und weißt, Trigg hat mich das jetzt, wenn ich den ganzen Tag mit depressiven Menschen zu tun habe, werde ich dann vielleicht selber auch depressiv.

00:34:21: Also du musst schon mit beiden Beinen gut im Leben stehen und auch um dich selber kümmern.

00:34:28: Sonst funktioniert das nicht.

00:34:30: Das ist ganz wichtig.

00:34:31: Und auf der anderen Seite eine hohe Empathie, eine hohe Bereitschaft, sich auf die Problemlagen der Kinder einzulassen, jeden Tag neu.

00:34:40: Das sind so fachliche Qualitäten, die ausgesprochen wichtig sind.

00:34:45: Habt ihr eine Zusatzausbildung im Bereich psychische Erkrankungen gemacht, um vielleicht auch Symptome, die Kinder zeigen, besser deuten zu können?

00:34:53: Also wir stehen natürlich mit allen Stationen in einem Austausch.

00:34:56: Wir laden auch immer wieder Therapeuten oder Ärzte ein, im Rahmen von Lehrerkonferenzen was zu erzählen, damit wir da was dazubekommen.

00:35:04: Die Kollegen sind alle hoch engagiert und schaufen sich selber was drauf.

00:35:08: Klinikschulen in Nordrhein-Westfalen sind untereinander ausgesprochen, gut vernetzt.

00:35:12: Und vor dreißig Jahren hat man mal angefangen, einen Arbeitskreis zu bilden, der nennt sich Schule und Psychiatrie, Schubs.

00:35:19: Und da treffen wir uns einmal im Jahr.

00:35:21: mittlerweile mit den Klinikschulen bundesweit an irgendeiner Klinikschule in Deutschland und arbeiten zu bestimmten Themen.

00:35:30: Und da lernst du dann halt immer wieder noch was Neues dazu.

00:35:34: Gehst auch in den Austausch, siehst auch, dass in anderen Bundesländern ähnliche Probleme bestehen über uns.

00:35:39: Und dieser Austausch und dieses Miteinander ist ausgesprochen wichtig.

00:35:42: Und das nutzen die Kollegen sehr intensiv.

00:35:45: Lernen natürlich auch Hausintern.

00:35:48: Versuchen wir uns auch zu unterstützen, dass wir kollegale Fallberatung machen, wenn es notwendig ist.

00:35:54: Super Vision, in dem klassischen Format gibt es für Lehrer in der Form so nicht.

00:35:59: Ja, und wir achten einfach auch gut aufeinander.

00:36:02: Also wenn man sieht, dass ein Kollege mal richtig das gerade hat, dann sagt man auch so, jetzt bleibst du mal hier, trinkst du mal einen Kaffee und dann guckst du nochmal, dann drücken wir die Reset-Taste und dann geht es hoffentlich positiv weiter.

00:36:14: Ich habe gerade so gedacht, also wir haben vorhin darüber gesprochen, wie schön es ist, wenn Kinder so langsam auftauen und dann in das System wieder zurückkommen.

00:36:21: Auf der anderen Seite hattest du das Beispiel schon mit der neunten Klasse, wo nur depressive Menschen sitzen.

00:36:26: Das ist schon also gefühlt technisch für euch als Lehrerinnen und Lehrern ein sehr dynamischer Beruf, oder?

00:36:34: Auf der einen Seite gibt es die ganz großen Erfolge und auf der anderen Seite halt auch wirklich die Elemente, die einen richtig mitnehmen.

00:36:41: Ja.

00:36:42: Ja, also das ist einfach, wenn du mit Menschen arbeitest, dann weißt du nie, was an ihm zu passieren wird.

00:36:47: Das gehört einfach dazu.

00:36:48: Und man muss dann einfach schauen, wo sind meine Ressourcen, um mich da gut in diese Situation einfinden zu können.

00:36:57: Wo kann ich dem Kind jetzt gerade helfen?

00:36:59: oder braucht das Kind gerade was völlig anderes?

00:37:02: Vielleicht merke ich auch bei mir selber, mit dem funktioniert es nicht.

00:37:05: Dann sage ich meinem Teamkollegen.

00:37:06: guck du mal, dass du das besser hinkriegst.

00:37:09: Aber die Dynamik macht es ja so spannend.

00:37:11: Das ist ja der beste Beruf der Welt.

00:37:13: Also deswegen machen wir das ja auch alle, weil wir lust darauf haben, uns aktiv mit diesen Kindern und diesen Jugendlichen auseinanderzusetzen.

00:37:21: Ja.

00:37:23: Als Schulleiter stehst du natürlich jetzt an der Spitze dieser ganzen Organisations-Einheit.

00:37:28: Spürst du da eine besondere Verantwortung?

00:37:31: Ist das mehr als früher an der anderen Schule?

00:37:34: Nein.

00:37:34: Nein, also ich, also die Schulleiter haben halt die Verantwortung fürs Gesamtsystem.

00:37:39: Und wenn ich an meiner, früher an der E-Schule, da hatte ich die Verantwortung für meine Kollegen und für die Kinder, die da gab haben.

00:37:46: Und jetzt an der Klinikschule habe ich das auch.

00:37:48: Man guckt vielleicht in Einzelteilen anders drauf.

00:37:51: Und es ist natürlich so, dass das hier nochmal nicht nur so... Man ist nicht so im eigenen Saft, dadurch, dass wir mit der Klinik zu tun haben.

00:37:59: Also das heißt, wir sprechen regelmäßig mit den Chefärzten, wir sprechen mit den Therapeuten, wir sprechen mit dem Krieger- und Erziehungsdienst.

00:38:06: Bist du natürlich in vielen anderen Bereichen unterwegs, aber auch das macht es total reizvoll, in diesem multiprofessionellen Team gemeinsam unterwegs zu sein, weil das verbindende Element ist ja immer zu versuchen, die Lebensumstände zu verbessern.

00:38:19: Das macht schon sehr viel Spaß.

00:38:22: Und ich habe natürlich auch das große Glück, dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann.

00:38:26: Das ist schon toll hier.

00:38:30: Das ist

00:38:30: gut für die Gesundheit.

00:38:33: Ich habe mich gerade so gefragt, durch die Tatsache, dass die Schule ja so eine Art Gegenpolis auch zur Therapie und so weiter.

00:38:40: Gibt es, gab es Fälle?

00:38:42: wo die Kinder sich bei euch viel mehr geöffnet haben, als zum Beispiel in der Klinik.

00:38:48: Einfach dadurch, dass sie das Gefühl hatten, da ist das mehr Freiraum.

00:38:52: Und wo ihr dann vielleicht auch den entscheidenden Hinweis auf eine richtige Behandlung weitergegeben habt an die Klinik.

00:38:59: Das kann sein.

00:39:01: Also ich hab's selber... Am eigenen Beispiel nicht erlebt.

00:39:04: Ich weiß aber, dass Kollegen mir schon erzählt haben.

00:39:06: Da hat er mir das und das erzählt.

00:39:08: Und das war noch mal ein guter Hinweis, das zurückzumelden an Therapeuten, damit er da noch mal weiter gucken kann.

00:39:14: Aber wir sind ja als Lehrer unterwegs und nicht... als Therapeuten, von daher ist da halt der Informationsfluss ausgesprochen wichtig.

00:39:23: Wenn es zu solchen Situationen kommt, dass der irgendwas erzählt, wo man denkt, das sollten die aber jetzt sofort wissen, dann wird er auch sofort angerufen und gesagt hier, der Schüler hat uns das und das berichtet und könnte da nochmal genauer nachschauen.

00:39:39: Thomas, dieser Podcast, der soll ja auch für Außenstehende sein.

00:39:42: Es ist das eine, selbst zu erkranken, aber gerade auch bei Kindern und Jugendlichen machen sich natürlich auch Eltern und Verwandte Großeltern.

00:39:50: Die machen sich Gedanken über die Kinder.

00:39:53: So ein ganzes Familiengefühl kann ja durch Erkrankung irgendwie durcheinander gewürfelt werden.

00:39:58: Vor allen Dingen wenn das Kind dann auch noch in der Klinik ist, findet Zeit nicht zu Hause und so weiter.

00:40:02: Die Kinder, die bei uns sind, die haben sowieso jetzt schon recht großen Rucksack, den sie mitschleppen, durchleben und idealerweise wird dieser Rucksack ja durch die Einflüsse von Familie nicht noch größer, sondern da wird unterstützt.

00:40:14: Und trotzdem in der Realität ist es häufig dann ja doch anders.

00:40:18: Wünschen sich Lehrer, Lehrerinnen, das Außenstehende, das Familien über psychische Erkrankungen wissen, damit sie die Kinder unterstützen.

00:40:28: Also ich glaube, was wir uns am meisten wünschen, ist, dass es einfach eine höhere Akzeptanz gibt.

00:40:35: Dass man akzeptiert, dass man erkranken kann.

00:40:39: Und dass das nicht das Ende der Geschichte ist, sondern dass es da tolle, tolle Unterstützungsmethoden gibt, tolle Hilfsmittel, die über die Therapeuten und über die Mediziner entsprechend dann auch angeboten werden.

00:40:51: Wir da wünschen wir uns einfach mehr Akzeptanz.

00:40:54: Ja, also im Prinzip das Gleiche, was du vorhin von deinen Klassen beschrieben hast.

00:40:58: Da gibt es ja in den einen Tag, wo der eine halt mal ein bisschen ausfällig ist oder so.

00:41:04: Und am nächsten Tag geht es halt einfach direkt weiter.

00:41:05: Genau, genau.

00:41:07: dass man das nicht zu groß zum Thema macht, weil dafür gibt es halt andere Stellen.

00:41:10: Ja, richtig.

00:41:12: Aber die Kinder einfach unterstützen in der Art und Weise, wie sie sind.

00:41:17: Ja, und du bist jetzt hier, weil du da gerade ein Problem für dich hast und gegucken gemeinsam, wie es dir in Schule besser gehen kann und dann... gibt's Ideen von den Medizinern und von den Therapeuten.

00:41:31: Die werden dann an uns herumgetragen.

00:41:34: Die testen wir dann vielleicht teilweise auch.

00:41:36: Oder es kommt dann Nachfrage, wir haben gerade mal die Medikamente abgesetzt.

00:41:40: Wie erlebt ihr ihn jetzt?

00:41:42: Dass man da gemeinsam guckt, was hilft am besten.

00:41:45: Und das ist die maßgebliche Aufgabe.

00:41:50: Und was nützt es den Eltern genauer zu wissen, wo jetzt das ADHS oder die Depression herkommt.

00:41:56: Das bringt uns ja nicht weiter.

00:41:58: Wir müssen ja an einem System arbeiten, damit dieses Kind erfolgreich weiter kommt und was lernt.

00:42:06: Und da gibt es halt einfach dann durch die Mediziner und durch die Therapeuten gute Hinweise, die halt hier in klinischen Settings erprobt.

00:42:14: Und wir gucken dann, funktionieren die auch in Schule.

00:42:17: Und da wird sich dann entsprechend abgeglichen und gemeinsam darüber gesprochen.

00:42:24: Und dann wird es zurückgemeldet.

00:42:27: Wenn so ein Kind dann zwölf Wochen bei euch war und danach wieder in die eigene Klasse geht, das ist natürlich auch ein besonderer Moment.

00:42:31: Das ist vor allem auch ein relativ großer Switch, dann wieder in das normale System rein.

00:42:37: Aus deiner Sicht, wie können Klassen, wie können Lehrer da unterstützen, wenn sie ein Kind in der Klasse haben, was erkrankt war?

00:42:46: Wie kann man da als ganze Klasse sagen, komm, wir helfen ihr jetzt?

00:42:49: Also wir haben, hier ist es so, dass im Rahmen der... Zum ende der Behandlung die Klinik anbietet, dass es Schulerproben gibt.

00:42:56: Dann gehen die Kinder erstmal zurück, dann guckt man schon mal, hat's geklappt.

00:43:01: Und natürlich sprechen wir mit unseren Schülerinnen dann auch darüber, wie war denn deine Schulerprobung?

00:43:05: Was hat dir denn geholfen?

00:43:07: Und wir schreiben dann in unseren Berichten entsprechende Tipps, manchmal... Also ich weiß zum Beispiel bei Autismusberatung ist es schon mal so, dass dann also auch der Autismusberater in die Klasse kommt und sagt, das ist bei dem jungen Mann so und so oder bei der jungen Frau.

00:43:20: Darauf solltet ihr mal achten, dass man eine entsprechende Struktur hat, dass der Klassenraum entsprechend vorbereitet ist.

00:43:26: Ansonsten sprechen wir halt mit dem Schüler und schreiben dann in unseren Bericht entsprechende Tipps, wie es denn jetzt Wasser braucht, damit es erfolgreich funktionieren kann, wenn er wieder zurückkommt.

00:43:39: ist tatsächlich auch ein Schulwechsel sinnvoller.

00:43:41: Dann versuchen wir das entsprechend mitzubegleiten und einzuleiten oder einen Klassenwechsel.

00:43:49: Das ist halt sehr unterschiedlich.

00:43:50: Aber alles wird von uns gemeinsam erörtert und dann entwickelt man eine neue Perspektive und versucht damit, dem Kind zu helfen.

00:44:00: Was bekommst du mit?

00:44:02: was die Kinder am meisten zurückhält, sich auf Schule zu freuen.

00:44:06: Die Kinder, die bei euch sind, was erzählen die so?

00:44:08: Wovor haben die Angst?

00:44:10: Also viele, gerade von den Jüngeren, da habe ich das Gefühl, die werden nicht richtig gesehen.

00:44:17: Da geht es dann zu schnell.

00:44:20: Die brauchen mehr Zeit.

00:44:22: Die sind mit bestimmten Anforderungen einfach massiv überfordert.

00:44:29: Dann kommen vielleicht noch familiäre Probleme dazu.

00:44:32: Und dann werden sie in der Schule aber nicht richtig gesehen mit den Problemen, die sie gerade belasten.

00:44:37: Und dann verlieren die sich.

00:44:38: Und dann verliert auch die Schule den Blick auf die.

00:44:40: Und das führt dann dazu, dass wir, dass wir diese Kinder verhaltensweisen, entwickeln, die nicht wünschenswert sind.

00:44:48: Und dann entwickelt sich so eine Spirale, die irgendwann dazu führt, dass es so in der Schule nicht mehr weitergeht.

00:44:57: Ja.

00:44:59: Gibt es bei euch Noten?

00:45:00: Unterschiedlich.

00:45:01: Also es gibt Heimat-Schulen, die möchten gerne, dass wir auch für die Zeit, die sie bei uns in Noten geben.

00:45:07: Wir diskutieren das auch mit den Schulleitungen der Klinikschulen, immer sehr kontrovers.

00:45:11: Es gibt Schulleitungen, die wir uns schreiben, grundsätzlich das, was sie gemacht haben bei uns in Textform.

00:45:18: Es ist halt schwierig, weil wir nicht die Vergleichsgruppe kennen.

00:45:23: Teilweise, wenn die Arbeiten bei uns geschrieben worden sind, dann schicken wir die an die Heimatschule zurück, damit sie die dann entsprechend korrigieren, weil die auch den Erwartungshorizont definiert haben.

00:45:32: Das ist unterschiedlich.

00:45:34: Aber, also da wir nicht selber Erzeugnisse ausstellen können, möchten natürlich viele Heimatschulen, dass wir auch Noten geben und dann versuchen wir das auch im Rahmen unserer Möglichkeiten.

00:45:43: zu den einzelnen Bereichen, was zu sagen.

00:45:46: Ich kann mir vorstellen, dass einige, die jetzt gerade zuhören, sich denken, boah, ich finde das total spannend.

00:45:50: Ich möchte auch gerne Lehrer oder Lehrerin werden und vor allem dieses Individuelle und auf das Kind schauen.

00:45:55: Das ist genau das, was ich möchte.

00:45:57: Was muss jemand mitbringen?

00:45:58: Wie kommt man zu euch?

00:46:00: Ja, also man muss natürlich erst mal irgendwo als Lehrer ausgebildet worden sein.

00:46:04: Das Tolle an der Klinikschule ist, dass hier... Lehrerinnen und Lehrer aller, aller, aller Schulform arbeiten kann.

00:46:10: Also es ist halt nicht ein reines sonderpädagogisches Kollegium, sondern wir haben Kolleginnen aus der Primarstufe, wir haben Kollegen von der Sekundarstufe eins und zwei, wir haben Kollegen vom Gymnasium, von der Berufsschule und Sonderpädagogen.

00:46:22: Also man muss Lehrer werden und dann muss man, ja, kann man sich bewerben, wenn eine Stelle ausgeschrieben wird.

00:46:29: So kann man dann zu uns kommen.

00:46:31: Zum Schluss noch, wenn du dir so vorstellst, In zehn Jahren, es gibt die ideale Klinikschule.

00:46:38: Wie sieht die aus und wo ist sie anders als die Klinikschule jetzt im Moment?

00:46:42: Gibt es noch mehr Personal, einfach, dass man sich noch individueller um die Kinder kümmern kann?

00:46:46: oder gibt es andere Punkte, wo du sagst, nee, das hätte ich gerne geändert?

00:46:50: Also ich glaube, dass wir schon ziemlich gut aufgestellt sind und dass wir mit dem LVR einfach haben, wir auch einen tollen Träger an unserer Seite, der uns einen Blick hat, der uns gut ausstattet.

00:46:59: Aber was ich mir am meisten wünschen würde, wäre einfach, dass Schule noch mehr die Wertschätzung erfährt, die sie braucht, um gesamtgesellschaftlich wirken zu können, dass mehr junge Menschen Lust haben, Lehrer zu werden, wieder.

00:47:11: Und

00:47:12: ja,

00:47:14: das sind so die Dinge, die mich umtreiben würden.

00:47:17: Thomas, wir haben viel über eure Arbeit gesprochen.

00:47:20: In den letzten Minuten gibt es irgendeinen ganz großen Aspekt, wo du sagst, nee, das haben wir noch gar nicht bequatscht.

00:47:25: Das ist aber total wichtig im Bezug auf Klinikschule.

00:47:29: Also wir können natürlich stundenlang weitersprechen.

00:47:31: Aber natürlich auch versuchen großen Überblick zu geben über eure Arbeit.

00:47:36: Gibt es da irgendwas, was wir vergessen haben?

00:47:40: Also ich glaube wichtig ist wirklich zu sagen, wir sind eine klassische Schule.

00:47:44: Also wir verfolgen diese Bildungsenhalte auch alle und wir versuchen auch darüber hinaus viel im kulturellen und musischen Bereich zu machen, wo wir den Kindern auch noch mal neue Sachen anbieten.

00:47:55: Wir arbeiten mit einer Stiftung aus München zusammen, die regelmäßig kommen und klassische Konzerte bei uns zu geben.

00:48:00: Das ist total spannend.

00:48:01: Wir haben jetzt gerade einen Preis gewonnen bei einer Stiftung, die uns dann eine Gartenausstattung zu verfügen stellt.

00:48:09: Also auch da sind wir unterwegs und auch uns treiben die klassischen Bildungs Themen um.

00:48:14: also wir sind da nicht so ein so ein Orbit und wir laden natürlich auch alle herzlich ein zu uns zu kommen.

00:48:19: wir am siebten März.

00:48:20: Wieder tagte auf der Tür immer am ersten Märzwochen Ende Samstag machen wir die Türen auch von neun bis vierzehn Uhr.

00:48:26: da sind die Leute eingeladen zu uns zu kommen.

00:48:30: Ja, was haben wir vergessen?

00:48:32: Wir haben vergessen, über Knut zu sprechen.

00:48:33: Das ist unser Schulhund.

00:48:34: Das ist natürlich auch total wichtig.

00:48:36: Also so ein Schulhund, der ist einfach Gold wert.

00:48:38: Und ja, gut.

00:48:40: Knuts Frauchen bekommt gerade ein Baby, von daher kann er gerade nicht so oft kommen, aber der Knut ist einfach, ist eine Schau.

00:48:47: Und ja, das ist wichtig.

00:48:50: Hat dieser Knut manchmal Zugänge zu Kindern, die Erwachsene nicht haben?

00:48:54: Ja,

00:48:54: definitiv.

00:48:56: Das ist also ein Hund oder ein Tier in der Klasse, Und das war halt, der war halt in so einer kleinen Klasse mit, seit sieben war das, glaube ich, die Kinder kommen schon anders rein.

00:49:07: Selbst die, die morgens richtig Miesel Laune haben, sehen den Knut und grinsen sich erst mal ein.

00:49:11: Und dann wird ein bisschen bestreichelt.

00:49:13: und ja, so ein Tier ist einfach Gold wert in der Arbeit mit Kindern.

00:49:17: Das kann ich nicht anders sagen.

00:49:19: Vielleicht sollte jede Schule ein Schulhund haben.

00:49:21: Ja, wäre gut.

00:49:23: Alle brauchen einen Knut.

00:49:25: Unser Podcast steht natürlich auch unter dem Motto sinnvoll in jeder Beziehung.

00:49:28: Wie würdest du das mit Leben füllen?

00:49:30: Was ist für dich sinnvoll in jeder Beziehung?

00:49:32: Klinikschule macht voll Sinn.

00:49:34: Macht voll Sinn.

00:49:36: Klinikschule macht voll Sinn.

00:49:38: Und was ist sinnvoll in der Beziehung zu Kindern?

00:49:41: Ja, die Beziehung.

00:49:42: Also ohne Beziehung und ohne Lust auf die Auseinandersetzung kommst du nicht weiter.

00:49:49: Das brauchst du.

00:49:50: Du musst Lust auf die Beziehung haben.

00:49:53: Und die ist das einzig Sinngebende auch.

00:49:58: Das ist das A und O.

00:49:59: Und wenn ich das noch ergänzen darf, weil das Schwang vorhin bei dir so mit dieses Zuhören und sich auf das Kind einlassen, auf die Individualität.

00:50:09: Das habe ich vorhin rausgehört.

00:50:10: Das ist, glaube ich, ganz wichtig.

00:50:11: Ja.

00:50:12: Stimmt, danke.

00:50:14: Gerne.

00:50:16: Und damit endet diese Unterrichtsstunde hier.

00:50:19: Thomas Grimskamp, Schulleiter der LVR Hans-Dieter-Hüschschule in Fürsen.

00:50:23: Vielen Dank.

00:50:24: dass du uns heute einfach mal mitgenommen hast durch euren Schulalltag.

00:50:28: Weißt du, ich bin tatsächlich auch Lehrerkind und ich habe vermutlich mehr Schulen von innen gesehen als viele andere.

00:50:33: Meine Mutter, die war auch Schulleiterin und die sagt auch heute immer noch, wenn man die Welt verändern möchte.

00:50:38: dann muss man bei den Kindern anfangen.

00:50:41: Und je älter ich werde, desto mehr weiß ich, dass sie damit einfach recht hat.

00:50:44: und auch heute hier in diesem Gespräch zu spüren, dass du und mit Sicherheit auch dein ganzes Kollegium jeden Tag dafür arbeitet, Kindern und Jugendlichen eine gute Zukunft und einen Staat ins Leben zu schenken.

00:50:55: Das ist einfach, einfach toll.

00:50:57: Und ich glaube, damit kann ich auch einfach sagen, dass ihr dadurch die Welt verändert und zu was positive macht.

00:51:03: Und das ist toll.

00:51:04: Dankeschön.

00:51:04: Sehr gerne.

00:51:05: Ich danke.

00:51:07: Das war Folge neun von Seelenarbeit.

00:51:09: Schön, dass ihr auch dabei wart und dass wir alle zusammen unseren Blick auf psychische Erkrankungen nochmal geweitet haben und auf die Schule, die natürlich auch dazu gehört bei Kindern und Jugendlichen.

00:51:21: Und falls ihr heute das erste Mal dabei wart, dann habe ich gute Nachrichten.

00:51:24: Es gibt nämlich noch acht weitere Folgen von diesem Podcast Seelenarbeit, die schon draußen sind, in denen ihr euch noch mehr informieren könnt.

00:51:31: Zum Beispiel im Januar in Folge acht, da habe ich mit Vanessa Gurka über die Arbeit in der Forensischen Psychiatrie gesprochen, also über die Kombination aus psychischer Erkrankung und Straftat, hört er gerne auch noch mal rein.

00:51:43: Und wir hören uns dann, nächsten Monat, auch schon wieder.

00:51:46: in Folge zehn, tauchen wir ganz tief ein in die Wissenschaft.

00:51:49: Professorin Dr.

00:51:51: Eva Maria Skoda von der LVR-Universitätsklinik Essen.

00:51:55: Dies leitende Oberärztin, Fachärztin und leerende Professorin.

00:51:59: Ich bin sehr gespannt auf all das, was sie uns erzählen wird.

00:52:02: In vier Wochen ist es so weit.

00:52:04: und damit ihr das alles nicht verpasst, abonniert Seelen.

00:52:06: Arbeit einfach direkt bei eurem Podcast Anbieter und folgt dem LVR auf den Socials.

00:52:11: Ich bin Daniel Spingenhoher, bis dann, gute Zeit euch, danke Thomas.

00:52:14: Sehr gerne.

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